Kongo Ugandische Rebellen sollen Massaker verübt haben

Eine Rebellengruppe im Kongo soll bei einem Massaker etwa hundert Dorfbewohner getötet haben. Die Vereinten Nationen haben eine Untersuchung eingeleitet - ein Uno-Beauftragter vor Ort sprach von "Akten unvorstellbarer Brutalität".


Niangara/Kongo - Im Nordosten des Kongos haben ugandische Rebellen offenbar ein Massaker verübt. Wie die Vereinten Nationen mitteilten, töteten Kämpfer der Widerstandsarmee des Herrn (LRA) vor zwei Monaten etwa hundert Bewohner eines Dorfes in der Provinz Haut-Uélé im Kongo.

John Holmes, Uno-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten, sprach am Samstag beim Besuch der nahe gelegenen Stadt Niangara mit Regierungsvertretern und Überlebenden. Mit Blick auf das Massaker sagte Holmes, er sei gegen einen vorzeitigen Abzug der Uno-Friedenstruppen im Kongo. "Wir haben wieder Massaker, Vergewaltigungen und Akte unvorstellbarer Brutalität gesehen", sagte Holmes laut einem Bericht der "Washington Post".

Die Regierung in Kinshasa hatte gefordert, die Friedensmission der Vereinten Nationen bis September 2011 zu beenden. Wie sich vor wenigen Tagen herausgestellt hatte, hatten erst im Dezember vergangenen Jahres LRA-Rebellen eines der schwersten Verbrechen ihrer 23-jährigen Geschichte verübt: Sie töteten mehr als 300 Bewohner verschiedener Dörfer und verschleppten nach Uno-Angaben 250 Menschen, darunter auch 80 Kinder.

sto/apn



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