Nachwahl zum US-Kongress Dämpfer für Trump?

In der Republikaner-Hochburg Georgia wird ein Sitz im US-Kongress nachbesetzt. Gewinnt der Demokrat Ossoff, wäre dies ein Signal an Präsident Donald Trump.

Jon Ossoff, Kandidat der Demokraten
AFP

Jon Ossoff, Kandidat der Demokraten


Donald Trump scheint unruhig zu sein. Noch am Tag der Abstimmung hat sich der US-Präsident in die Nachwahl eines Kongressabgeordneten im Bundesstaat Georgia eingeschaltet. Er warb für Karen Handel, die Kandidatin der Republikaner in dem sechsten Wahlbezirk, einem Vorort der Hauptstadt Atlanta. "Sie wird für niedrigere Steuern kämpfen, ein tolles Gesundheitssystem und hohe Sicherheit." Handel sei eine "harte Arbeiterin, die niemals aufgibt."

Trump will offenbar unbedingt dafür sorgen, dass die Republikanerin sich gegen den Demokraten Jon Ossoff durchsetzt. Seit 1979 ist der Bezirk fest in der Hand der Republikaner. Doch bei jüngsten Umfragen sah es nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Handel und Ossoff aus.

Republikanerin Karen Handel
AFP

Republikanerin Karen Handel

Es ist also unklar, an wen der frei gewordene Sitz im Repräsentantenhaus geht. Die Abstimmung wurde notwendig, weil Trump den bisherigen Abgeordneten Tom Price zum neuen Gesundheitsminister ernannt hat.

Ein Sieg für den Demokraten Ossoff könnte richtungsweisend sein für die Midterms, die Zwischenwahlen im Kongress im Herbst 2018. Bei bisherigen Nachwahlen in den vergangenen Monaten konnten die oppositionellen Demokraten keine zusätzlichen Mandate erringen.

als/AP

insgesamt 4 Beiträge
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w.diverso 20.06.2017
1. Man kann dort zwar auf einen Sieg der Demokraten hoffen,
aber die Vernunft vieler Amerikaner scheint diskussionswürdig zu sein. Weil langsam sollte doch auch zu den glühendsten Anhängern Trumps durchgedrungen sein, dass sein Verhältnis zur Wahrheit nicht so ganz eindeutig ist. Aber wenn der Mensch was glauben will, ist er auch mit Vernunft nicht von der Wahrheit zu überzeugen. Also muss man abwarten wie das reale Ergebnis wird.
skr72 20.06.2017
2. Die Vernunft vieler Amerikaner scheint in der Tat diskussionswürdig
sorry, das ist mit Verlaub sehr diplomatisch formuliert. Was soll man von einem Volk halten, dass ohne Not jemand zum Präsidenten wählt, der davon nicht mehr Ahnung hat als ein betrunkener Orang-Utan? In meiner Jugend war es mal mein Traum in die USA umzusiedeln, weil es ein High-Tech Land war und total cool. Heute gilt es wohl als eines der rückständigsten Länder überhaupt und selbst der Vatikan ist hipper als die gaga Konservativen, die dieses Land und seine Ideen missbraucht und den Bürgern seine Freiheiten geraubt hat. Den Amerikanern scheint offensichtlich total egal zu sein, was anderer Völker über dieses wenig bemitleidenswerte Nation denken. Sorry, aber 40% von ihnen halten immer noch zum Organgefarbenen, egal was dieser anrichtet, Hauptsache sie fühlen sich in ihrem Rassismus bestätigt. Alles andere ist egal, die Wirtschaft, die Freiheit der Bürger, Demokratische Grundprinzipen, wie Pressefreiheit, usw... Wie kann man nur so tief sinken? Ich denke jetzt ist wirklich mal Zeit richtig aufzuräumen. Einen zweiten Trump darf es nie mehr geben. Reformen am politischen System sind unvermeidbar, seit langem. Ich habe den Respekt vor diesem ehemaligen großen Land, dass uns mal die Freiheit gebracht hat, völlig verloren. Alles was dieses Land je geleistet hat muß man jetzt in Frage stellen. Nochmal: ist es euch wirklich egal, dass man euch jetzt in eine Reihe setzt mit der Türkei, Russland oder Nord-Korea? Sorry, aber der Rückschluß ist erlaubt: Wie der Präsident, so seine Bevölkerung! Wie konnte das passieren? Wäre es wirklich so schlimm gewesen, wenn mal eine Frau über die Supermacht a.D. regiert hätte? Warum bleibt der Aufstand der Bevölkerung gegen dieses Regime immer noch aus? Muß erst noch Schlimmeres passieren?
Beijinger 21.06.2017
3. @skr72
Sie sprechen mir so aus der Seele mit Ihrem hervorragendem Kommentar. Ich frage mich auch schon seit der Wahl dieses Orange Firecrackers, was in fast die Hälfte der US-Amerikaner gefahren ist, solch einen Lügner, Blender und Narzissten als Präsidenten zu wählen. Ich lese regelmäßig US Zeitungen online und verfolge in LinkedIn die Berichte und Kommentare und stelle eine gefährliche Spaltung des Landes fest, wobei - gefühlsmäßig - die kritischen Stimmen über DT überwiegen. Aber allein die radikale Wortwahl der Trumpistas erzeugt Unbehagen, da werden Tiraden gegen die Dems, Liberals, etc geschrieben, die genau die von Ihnen richtig beschriebenen Radikalisierung beschreiben. Das ist ein Pulverfaß, welches jederzeit hochgehen kann. Und selbst wenn man den Orang Utan aus dem Amt jagt, ist die Alternative Mike Pence keine Verbesserung dieser Situation. Die USA haben sich in eine Isolierung gewählt, die dieses Land spaltet und ich sehe dort kurz- bzw. mittelfristig keine Änderung in Sicht.
fabiofabio, 21.06.2017
4. @ Redaktion
Und nun? Nicht so ausgegangen, wie gehofft...Schwamm drüber, nur nicht berichten, dann weiss der in Fremdsprachen nicht sehr bewanderte Michel nichts davon und kann sich nicht orientieren. Also ist es nicht passiert.
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