Korruptionsfall in Pakistan Ermittlungen gegen Premier Ashraf gestoppt

Pakistans Justiz hat die Ermittlungen gegen Regierungschef Ashraf vorläufig ausgesetzt. Nach dem Tod eines Fahnders gab die Anti-Korruptionsbehörde NAB bekannt, nicht weiter ermitteln zu wollen, solange die Todesursache nicht geklärt sei.
Pakistans Premier Ashraf (Archivbild): Ermittlungen ausgesetzt

Pakistans Premier Ashraf (Archivbild): Ermittlungen ausgesetzt

Foto: T. Mughal/ dpa

Islamabad - Nach dem Tod eines Ermittlers im Verfahren gegen Pakistans Ministerpräsidenten Raja Pervez Ashraf und andere Politiker hat die Justiz am Montag die Ermittlungen gestoppt. Kamran Faisal, ein Mitarbeiter der Anti-Korruptionsbehörde NAB, wurde am Freitag in seiner Wohnung in Islamabad tot aufgefunden. Allem Anschein nach hat sich der Ermittler erhängt. Seine Familie äußerte jedoch mit Verweis auf Spuren an seinen Handgelenken Zweifel an dieser Darstellung.

Bis zum Abschluss der Ermittlungen zum Tod von Kamran werde das Verfahren zur Vergabe von Lizenzen im Energiesektor gestoppt, teilte ein Sprecher der NAB mit. Faisal war in ungeordneter Position an den Ermittlungen beteiligt. Er habe unter "mentalem Stress" und "psychologischen Problemen" gelitten, so der Sprecher. Die Regierung beauftragte einen früheren Richter des Obersten Gerichts mit der Untersuchung des Todesfalls. Er soll in zwei Wochen seinen Bericht vorlegen, hieß es aus dem Innenministerium.

Pakistans Premier wird vorgeworfen, während seiner Amtszeit als Energieminister zwischen 2008 und 2011 mehrere Millionen Dollar Schmiergeld für die Vergabe von Energieprojekten kassiert zu haben, die nie ausgeführt wurden.

Die Anti-Korruptionsbehörde NAB war vorige Woche von den Richtern angewiesen worden, Ashraf festzunehmen - weigerte sich jedoch. Der Leiter der Behörde, Fasih Bokhari, sagte am vergangenen Donnerstag, es gebe noch nicht genügend Beweise, die einen solchen Schritt rechtfertigten.

fhu/AFP
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