Korruptionsverdacht Afrikanischer Präsidentensohn kauft für 35 Millionen Dollar Luxusvilla

Im kalifornischen Malibu wohnen die Schönen und Reichen. In einer solchen Nachbarschaft fühlt sich auch Teodoro Nguema Obiang, Präsidentensohn aus dem ölreichen Äquatorialguinea, wohl. Er hat sich dort für 35 Millionen US-Dollar ein Haus gekauft - und steht deshalb unter Korruptionsverdacht.


Berlin – Die Villa steht in exklusiver Lage: Malibu, Drehort von Serien wie "Baywatch", direkt am Strand von Kalifornien. Nicht weniger als sechs Schlafzimmer gehören zur Ausstattung - Eigentümer dieses luxuriösen Hauses ist Teodoro Nguema Obiang, Sohn des Präsidenten von Äquatorialguinea und seine Firma Sweetwater Malibu. 35 Millionen US-Dollar soll Obiang im Februar dafür bezahlt haben, behauptet die amerikanische Nicht-Regierungsorganisation Global Witness, die gegen Korruption kämpft. Sie fragt sich: "Woher kommt das Geld?". Und fordert die US-Regierung auf, diesen Fall zu klären.

Denn erst im August hatte US-Präsident George W. Bush eine Initiative gegen Korruption gestartet. "Dieser Fall ist nun ein wichtiger Test für die Kampagne", sagt Sarah Wykes, Vorsitzende von Global Witness.

Präsidenten-Sohn bestreitet persönliche Bereicherung

Haus-Besitzer Obiang, Forst- und Landwirtschaftsminister in Äquatorialguinea, verdiene monatlich 5000 US-Dollar, sagt die Organisation. Ein solches Gehalt reiche kaum aus, um eine 35-Millionen-Dollar Villa zu zahlen.

Es ist nicht der erste Fall, in dem Nguema Obiang unter Korruptionsverdacht steht: Bereits im vergangenen Jahr beschlagnahmte ein Gericht in Südafrika seine zwei Luxusvillen in Kapstadt. Er selbst bestreitet, diese Häuser über einen unerlaubten Weg erworben zu haben. Zur Verteidigung sagte der Präsidentensohn: Es sei Ministern erlaubt, sich gemeinsam mit fremden Firmen an Projekten zu beteiligen, bei denen es um Aufträge des Staates geht.

Über solche Aussagen ist Global Witness entsetzt: "Es gibt einen großen Interessenskonflikt, wenn Regierungsmitglieder von öffentlichen Aufträgen profitieren", sagt Wykes.

Äquatorialguineer leben von weniger als einem Dollar pro Tag

Die Regierung aus Äquatorialguinea hat sich zum Malibu-Fall bisher nicht geäußert. Der Regierung um Präsident Teodoro Obiang Nguema Mbsago wird allerdings immer wieder vorgeworfen, die Ölvorräte des Landes für eigene Zwecke zu missbrauchen. So deckte eine Untersuchung des US-Senats im Jahr 2004 auf, dass der Präsident und Mitglieder seiner Familie bei der amerikanischen Riggs Bank ein Konto besitzen, auf das die amerikanischen Öl-Konzerne Exxon Mobil und Amerada Hess Millionen von Dollar eingezahlt haben. Im Ranking der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International belegt Äquatorialguinea in diesem Jahr einen der hintersten Plätze.

Das Land selbst erzielt jährlich drei Milliarden US-Dollar an Erlösen aus seiner Öl-Förderung – der Großteil der Bevölkerung muss jedoch von einem Dollar pro Tag leben.

Ob die Forderungen von Global Witness an die US-Regierung erfolgreich sein werden, ist fraglich. Washington sieht Äquatorialguinea als Verbündeten in der unsicheren, aber ölreichen afrikanischen Region. Erst im April bezeichnete Außenministerin Condoleezza Rice Präsident Obiang als "guten Freund" – obwohl ihr eigenes Ministerium in Untersuchungen immer wieder die geringe Einhaltung der Menschenrechte und Freiheiten der Bevölkerung kritisiert.

sop/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.