Kosovo Steinmeier will mehr deutsche Hilfe für das Kosovo

Außenminister Steinmeier hat ein stärkeres Engagement Deutschlands im Kosovo angekündigt. Die Stabilität auf dem Balkan sei ein hohes Gut. In Kürze will Uno-Vermittler Ahtisaari seinen Plan für die Zukunft des Kosovo vorstellen.


Berlin - "Genaue Zahlen kann ich noch nicht nennen, aber natürlich können und wollen wir im Rahmen der EU unserer Verantwortung im Kosovo gerecht werden", sagte Frank-Walter Steinmeier der "Bild am Sonntag". "Es wird Geld kosten und wir werden Menschen benötigen", fügte der Außenminister hinzu. Die bevorstehende Entscheidung über den künftigen Status der zu Serbien gehörenden Provinz hänge eng zusammen mit der Frage der Stabilität auf dem Balkan.

Die Balkankriege in den neunziger Jahren lehrten, dass diese Stabilität ein sehr hohes Gut sei, das den Einsatz lohne: "Die EU, die die Verantwortung von der Uno übernimmt, wird alles daran setzen, dass es nicht zu neuen Konflikten mit Serbien kommt". Steinmeier fügte hinzu: "Wir wollen im Kosovo ein funktionsfähiges Gemeinwesen aufbauen, in dem alle Bürger - Albaner wie Serben - in Frieden und Sicherheit leben können." Dazu werde die EU Polizisten und Beamte für Justiz und Verwaltung entsenden.

Der Uno-Vermittler für das Kosovo, Martti Ahtisaari, will seinen Plan über den künftigen Status der südserbischen Provinz bis zum 21. Januar fertigstellen. Dann finden in Serbien Parlamentswahlen statt.

Diplomaten gehen bereits seit Monaten davon aus, dass die USA und ihre wichtigsten europäischen Verbündeten eine Unabhängigkeit favorisieren würden, die von der EU und der Nato überwacht wird. Russland als enger serbischer Verbündeter hatte dies jedoch bislang abgelehnt. Serbien ist gegen eine Abspaltung.

Das Kosovo wird von der Uno verwaltet, seit die Nato 1999 gegen serbische Truppen eingegriffen hat.

ler/Reuters



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