Krawalle am Nationalfeiertag Randalierer in Frankreich zünden mehr als 300 Autos an

Frankreich begeht seinen Nationalfeiertag, und in den Vorstädten brennt es: Randalierer haben in der Nacht in Paris, Lyon und anderen Metropolen mindestens 317 Autos angezündet - deutlich mehr als im Jahr zuvor.

Paris - Die Regierung hat die Strafen für randalierende Banden verschärft, aber die Maßnahmen scheinen keine Wirkung zu haben: Mindestens 317 Fahrzeuge sind in Frankreich in der Nacht zum Nationalfeiertag am 14. Juli im ganzen Land in Brand gesteckt worden. Etwa zwei Drittel der Brandstiftungen ereigneten sich in den Pariser Vorstädten. Das teilte die französische Polizei am Dienstagmorgen in einer vorläufigen Bilanz mit. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies demnach ein Anstieg um knapp sieben Prozent.

Bei den Zusammenstößen wurden etwa ein Dutzend Polizisten verletzt. Die meisten von ihnen erlitten leichte Hörschäden, da die Jugendlichen Feuerwerkskörper abbrannten. Die Polizei nahm vorübergehend 240 Menschen fest.

In Frankreich kommt es in der Nacht zum Nationalfeiertag immer wieder zu Ausschreitungen. In diesem Jahr waren allein in Paris rund 10.000 Polizisten im Einsatz, um Krawalle zu verhindern.

Am Vorabend des Feiertags war es zunächst ruhig geblieben: In Paris versammelten sich Montagabend Tausende Zuhörer auf dem Platz der Bastille vor zwei Konzertbühnen. Vor dem Eiffelturm warteten bereits Fans des Sängers Johnny Hallyday zusammen, der dort am Dienstag ein Gratiskonzert geben wollte.

Experten hatten bereits befürchtet, dass die Gewalt zum Nationalfeiertag eskalieren würde. Bei den jüngsten Jugendkrawallen im Pariser Vorort Seine-Saint-Denis und in Firminy bei Lyon gingen erst Mülltonnen und dann Autos in Flammen auf. "Das ist zu einem Rendezvous geworden, nicht besser oder schlechter als in den vorangegangen Jahren", so die Einschätzung der Generaldirektion des Nachrichtendienstes vorige Woche.

Die französische Regierung versucht, das Phänomen mit immer härteren Strafen in den Griff zu bekommen. Erst im Juni hatte die Nationalversammlung per Gesetz den "Kampf gegen gewalttätige Banden" verschärft - jetzt drohen Mitgliedern von kriminellen Cliquen bis drei Jahre Gefängnis und 45.000 Euro Geldstrafe. Damit wurde seit 2002 das fünfzehnte Paragrafenwerk mit Sanktionen zu kriminellen Umtrieben in den Vorstädten verabschiedet.

anr/AFP/dpa Mitarbeit: Stefan Simons
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