Krawalle in Frankreich Sarkozy spricht schon wieder von Abschaum

Frankreichs Innenminister Sarkozy sieht keinen Grund dafür, seine umstrittenen Äußerungen über die Randalierer zurückzunehmen: Das sei Abschaum und Gesindel, bekräftigte er. Insgesamt beruhige sich die Lage, erklärte der Innenminister – allerdings brannten auch in der vergangenen Nacht in französischen Vorstädten wieder Hunderte Autos.


Paris - "Glauben Sie, es ist lustig mit der Angst im Bauch nach Hause zu gehen?", sagte Sarkozy in einem Interview des Fernsehsenders France-2 mit Blick auf die friedlichen Bewohner der Problemviertel. Die Unruhestifter bezeichnete er als Abschaum und Gesindel. "Das bekräftige und unterschreibe ich". Er meine damit eine Minderheit und nicht alle Jugendlichen.

Sarkozy: Polizisten suspendiert
REUTERS

Sarkozy: Polizisten suspendiert

Der Innenminister äußerte sich auch zur Suspendierung von acht Polizisten, von denen zwei einen Festgenommenen in einem Pariser Vorort vor einer laufenden Fernsehkamera geschlagen hatten. "Ich habe entschieden, die Polizeibeamten zu maßregeln. Ich werde keinen Übergriff der Ordnungskräfte dulden", sagte Sarkozy.

Rund zwei Wochen nach Beginn der Unruhen ging die Zahl der Brandstiftungen in der vergangenen Nacht nicht weiter zurück. Bis um 4 Uhr früh wurden 395 Autos in Brand gesetzt, 168 Personen festgenommen. Die Zahlen entsprachen fast exakt denen der vorangegangenen Nacht zur selben Stunde. Insgesamt sieben Polizisten wurden verletzt, vier von ihnen durch Steinewerfer in Lyon. In fünf Départements galten in der Nacht für mehrere Orte erneut Ausgangssperren.

Frankreich steht nun vor einem langen Feiertagswochenende. Heute wird des Sieges im Ersten Weltkrieg gedacht. Mehr als 2200 Beamte sollen die Zeremonie auf den Champs-Élysées sichern, an der auch Präsident Jacques Chirac teilnimmt. Ein mysteriöser Aufruf zur Randale auf der Pariser Prachtavenue, der über Internet und SMS verbreitet wurde, erhöhte die Wachsamkeit von Polizei und Justiz. Gestern war in mehreren Départements der Verkauf von Benzin und Gasflaschen an Minderjährige verboten worden.



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