Krawalle in Frankreich Zehnte Nacht der Gewalt

Schon früh am Abend ist es am Samstag zu neuen Krawallen in den Pariser Vorstädten gekommen, wieder brannten Gebäude und Autos. Die Eltern der in Clichy-sous-Bois getöteten Jungen riefen die Jugendlichen auf, die Unruhen zu beenden.


Polizisten in Les Mureaux: Warten auf die nächste Welle der Zerstörung
AFP

Polizisten in Les Mureaux: Warten auf die nächste Welle der Zerstörung

Paris - In Grigny im Département Essone im Umland von Paris brannten nach Behördenangaben ein Kindergarten, eine Schule und mehrere Autos. In der Region Essonne wurde eine Recycling-Fabrik angezündet. Auch im südfranzösischen Toulouse wurden bereits am frühen Abend zahlreiche Feuer gelegt.

Die Eltern der vergangene Woche in der Pariser Vorstadt Clichy-sous-Bois getöteten Jugendlichen riefen am Samstag zum Ende der Gewalt auf. "Wir appellieren an den Bürgersinn jedes Einzelnen", hieß es in der Erklärung. "Frankreich verdient dies nicht." Der Tod der Jungen am vergangenen Donnerstag hatte die Krawalle ausgelöst. Sie erlitten Stromschläge, als sie sich vor Polizisten in einem Transformatorenhäuschen versteckten.

Die Eltern verlangten von der Regierung die schnellstmögliche Aufklärung über die Umstände des Todes ihrer Kinder. Sie und die Moslemvereinigung der Städte Clichy und Montfermeil luden Premierminister Dominique de Villepin und die betroffenen Minister ein, zusammen mit den Verantwortlichen der Stadt einen Entwicklungsplan für die Vorstädte zu erarbeiten.



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