Krawalle in Molenbeek Polizei nimmt rund 100 Menschen vorläufig fest

Im Brüsseler Stadtteil Molenbeek sind trotz Demonstrationsverbot mehrere Hundert Menschen aufmarschiert. Die Polizei nahm rund 100 Menschen vorläufig fest.


Die Brüsseler Polizei hatte ein Demonstrationsverbot ausgesprochen. Dennoch gingen am Samstag Hunderte Menschen im Stadtteil Molenbeek auf die Straße. Rechtsextreme hatten zunächst zu einer Demonstration in dem Stadtteil aufgerufen, wo viele muslimische Einwanderer leben. Daraufhin meldeten linke Gruppierungen eine Gegendemo an - beide waren aber verboten worden.

Trotz Verbots hatten sich am Nachmittag rund 400 Personen am Polizeikommissariat Molenbeek und in den umliegenden Straßen versammelt. Dabei soll es sich überwiegend junge Menschen und Anwohner gehandelt haben.

"Es war eine Versammlung der Rechtsextremen angekündigt" zitierte Reuters einen Sprecher der Polizei. Schließlich hätten sich 300 bis 400 Menschen nahe des Kommissariats versammelt. Die belgische Zeitung "La Dernière Heure" berichtete, dass sich dabei um potenzielle Gegendemonstranten gehandelt habe. Die Nachrichtenagentur Reuters erklärte, etliche Protestierer seinen dem rechten Spektrum zuzuordnen.

Etwa 200 Polizisten riegelten den Stadtteil ab. Es flogen Steine und Müllbehälter auf die Sicherheitskräfte, berichtete der Radiosender RTBF. Wasserwerfer standen bereit, kamen jedoch nicht zum Einsatz. Es gab rund 100 vorläufige Festnahmen, die meisten wurden jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt. Nach übereinstimmenden Berichten belgischer und französischer Medien waren sowohl rechte als auch linke Demonstranten unter den Festgenommenen.

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Krawalle in Molenbeek: Polizei nimmt rund 100 Menschen fest
Die Terroranschläge vom 22. März mit 32 Toten führen zu erheblichen Spannungen in der belgischen Hauptstadt. Am Börsenplatz in der Innenstadt hatten sich linke Gruppen versammelt. Am Samstagabend hatte sich die Situation in Molenbeek dann wieder beruhigt.

Bereits am vergangenen Wochenende hatten mehrere Hundert Hooligans eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Terroranschläge gestört. Sie lieferten sich Rangeleien mit der Polizei. Die belgischen Einsatzkräfte setzten Wasserwerfer ein, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Hinweis: In der ursprünglichen Version dieses Textes hieß es, in Molenbeek seien mehrere hundert Rechtsextreme aufmarschiert. Hinweise auf einen rechtsextremen Hintergrund von Demonstranten kamen von der Nachrichtenagentur Reuters. Die belgische Zeitung "La Dernière Heure" ordnete die Teilnehmer der verbotenen Demo eher dem linken Spektrum zu.

asc/dpa/Reuters

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