Krawalle mit Dutzenden Verletzten Innenministerin lobt Polizeieinsatz in Warschau

75 Verletzte, 276 Festnahmen: Die Bilanz der Krawallnacht von Warschau ist düster - doch Polens Innenministerin ist mit dem Polizeieinsatz zufrieden. Die Sicherheitskräfte hätten konsequent gehandelt.
Polizeieinsatz am Dienstag in Warschau: "Mit harten Konsequenzen rechnen"

Polizeieinsatz am Dienstag in Warschau: "Mit harten Konsequenzen rechnen"

Foto: KACPER PEMPEL/ REUTERS

Warschau - Einen Tag nach den Krawallen rechtsextremer Hooligans in Warschau hat die polnische Innenministerin Teresa Piotrowska den Polizeieinsatz gelobt. Die Beamten hätten konsequent gehandelt, sagte die Ministerin. Piotrowska hoffte auf eine schnelle Verurteilung der Hooligans: "Wer nach Warschau fährt, um mit der Polizei zu kämpfen, muss mit harten Konsequenzen rechnen", sagte sie.

Am Dienstag waren während einer Demonstration am polnischen Unabhängigkeitstag 276 Gewalttäter festgenommen worden. Bei den Straßenschlachten wurden außerdem 75 Menschen verletzt, unter ihnen 51 Polizisten. Zwei Stunden lang hatten sich Hunderte Hooligans vor dem Warschauer Nationalstadion Straßenschlachten mit Polizisten geliefert. Sie griffen die Beamten mit Steinen, Brandbomben und Feuerwerkskörpern an, die Polizei setzte Wasserwerfer und Gummigeschosse ein.

Die Randalierer waren an der Spitze des Demonstrationszugs "Marsch der Unabhängigkeit" gelaufen, der von den rechtsextremen Gruppen "Allpolnische Jugend" ("Mlodziez Wszechpolska") und "Nationalradikales Lager" ("Oboz Narodowo-Radykalny") veranstaltet wurde. Mit der Demonstration sollte der Wiederherstellung der staatlichen Unabhängigkeit im Jahr 1918 gedacht werden.

Medien berichten von 30.000 Teilnehmern

Mehrere zehntausend Menschen seien in diesem Jahr mitmarschiert, so die Veranstalter. Polnische Medien berichteten von 30.0000 Teilnehmern. Die Polizei nannte keine Teilnehmerzahl. Die Organisatoren hatten mehrmals versucht, die Randalierer mit Durchsagen zu beruhigen. Am Dienstagabend distanzierten sie sich von den Hooligans.

Schon in den Vorjahren war es am Unabhängigkeitstag zu Gewalt gekommen. 2013 griff eine Gruppe ein Gebäude der russischen Botschaft an, und Nationalisten steckten eine Regenbogeninstallation vor der Erlöserkirche in der polnischen Hauptstadt in Brand. In diesem Jahr war dort bereits am Mittag verstärkt Polizei aufmarschiert. 5000 zusätzliche Beamte waren in Warschau im Einsatz.

Ein zweiter Demonstrationsmarsch mit Präsident Bronislaw Komorowski und Regierungschefin Ewa Kopacz unter dem Motto "Gemeinsam für die Unabhängigkeit" verlief am frühen Nachmittag friedlich. Allerdings nahmen an diesem Umzug nur wenige Tausend Menschen teil.

mxw/dpa
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