Krieg gegen Irak Auch Kanada will sich verweigern

Die Kanadier verspüren keine große Lust, sich an einem US-Militärschlag gegen den Irak zu beteiligen. In Bagdad gibt sich die Regierung unterdessen weiter siegesgewiss.


New York/Chicoutimi - Kanadas Verteidigungsminister John McCallum berichtete während eines Treffens seiner Liberalen Partei in Chicoutimi über die Einstellung des Kabinetts in Ottawa zu einer möglichen Unterstützung der Amerikaner. "Auf der Grundlage der uns bislang vorliegenden Informationen sagen alle in der Regierung, dass wir uns wahrscheinlich nicht an einem Angriff auf Irak beteiligen würden." Diese Haltung könne sich aber ändern, wenn es deutliche Hinweise gebe, dass Irak atomare, biologische oder chemische Waffen produzieren könnte.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte kürzlich erklärt, Deutschland werde sich nicht an einem Militäreinsatz gegen Irak beteiligen. Andere Staaten nannten ein Mandat der Uno als Voraussetzung für einen Angriff.

Iraks Vize-Ministerpräsident Tarik Asis sagte unterdessen dem US-Sender CBS, jeder Versuch, Iraks Präsident Saddam Hussein zu stürzen, sei zum Scheitern verurteilt. "Wir verteidigen unsere Unabhängigkeit, wir verteidigen unsere Integrität, wir verteidigen unsere nationalen Interessen, und es gibt keinen Aggressor, der einen Krieg gegen uns gewinnen könnte." George W. Bush sei nicht so weise wie sein Vater, der Ex-Präsident George Bush, sagte Asis. "Was Vater Bush 1991 tat, war im Interesse Amerikas, was sein Sohn jetzt plant, ist Interesse von Israel und den Zionisten." Unter George Bush hatten die USA zusammen mit einer Koalition von zahlreichen Staaten im Golfkrieg die irakische Besetzung Kuweits beendet.



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