Rückeroberung Exilminister kehren in den Jemen zurück

Die Exilregierung des Jemens zeigt erstmals seit Monaten wieder Präsenz im umkämpften Land. Nach der Rückeroberung von Teilen der Hafenstadt Aden sollen Minister dort für geordnete Verhältnisse sorgen.
Regierungstreue Kämpfer in Aden: Erfolge im Süden Jemens

Regierungstreue Kämpfer in Aden: Erfolge im Süden Jemens

Foto: SALEH AL-OBEIDI/ AFP

Wenige Tage nach der Rückeroberung des Flughafens von Aden sind jemenitische Minister der Exilregierung in die strategisch wichtige Hafenstadt gereist. Berichten zufolge wurden unter anderem die Minister für Inneres und Verkehr in die zweitgrößte Stadt des Landes entsandt.

Es ist das erste Mal in drei Monaten, dass Vertreter der Exilregierung sich wieder zurück nach Aden wagen. Nach dem Vormarsch der Huthi-Rebellen hatten Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und mehrere Regierungsvertreter sich ins benachbarte Saudi-Arabien abgesetzt. Seither bombardieren das große Nachbarland und dessen Verbündete Stellungen der Rebellen. Die Huthi waren in den vergangenen Tagen auch aus Teilen des Stadtgebiets von Aden vertrieben worden.

Präsident Hadi habe die Regierungsmitglieder angewiesen, wieder für geordnete Verhältnisse in der Hafenstadt zu sorgen, damit die staatlichen Institutionen zurückkehren und ihre Arbeit wieder aufnehmen könnten, berichtete der von Saudi-Arabien finanzierte Nachrichtensender Al-Arabija. Der Besuch kann aber auch als rein symbolischer Akt gewertet werden, mit dem die Exilregierung Präsenz zeigen möchte.

Seit Beginn der Militäroperation gegen die Huthi-Rebellen sind mehr als 3000 Menschen im Jemen getötet worden. Der Uno-Sondergesandte für den Jemen, Ismail Uld Scheich Ahmed, hatte vor zweieinhalb Wochen gewarnt, das Land stehe am Rande einer Hungersnot. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 80 Prozent der Jemeniten auf humanitäre Hilfe angewiesen, Millionen Menschen haben nicht ausreichend zu essen.

brk/dpa/Reuters
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