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24. Juli 2014, 08:55 Uhr

Gaza-Konflikt

Uno-Generalsekretär empört über Raketenfunde in Schulen

In mehreren Uno-Schulen im Gazastreifen sind Raketen versteckt worden. Generalsekretär Ban Ki Moon fordert Aufklärung: Das Leben unschuldiger Kinder sei in Gefahr gebracht worden.

New York/Gaza/Tel Aviv - Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat scharf kritisiert, dass Schulen der Vereinten Nationen im Gazastreifen als Raketenversteck genutzt worden sind. Er sei empört, dass die Waffen in den Einrichtungen entdeckt worden und anschließend verschwunden seien, sagte Ban laut einer Uno-Mitteilung. Er ließ offen, wem er die Deponierung der Raketen zuschreibt und forderte eine umfassende Aufklärung der Vorfälle.

"Die Verantwortlichen haben damit Schulen zu möglichen Angriffszielen gemacht und die Leben von unschuldigen Kindern, Uno-Mitarbeitern und Schutzsuchenden in Gefahr gebracht", sagte der Generalsekretär. Die Vereinten Nationen würden den Vorfall untersuchen und alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass so etwas noch einmal passieren könne.

Bereits vor einer Woche hatte das Uno-Palästinenserhilfswerk UNWRA mitgeteilt, dass in einer leer stehenden Uno-Schule im Gazastreifen ein Raketenlager mit rund 20 Geschossen entdeckt worden sei. Am Dienstag hatte es in einer anderen verlassenen Uno-Schule in dem Gebiet einen zweiten Raketenfund gegeben.

UNRWA unterhält nach eigenen Angaben 245 Schulen in Gaza, in denen rund 225.000 palästinensischer Kinder unterrichtet werden. Zuletzt hatten nach Angaben der UNRWA in 77 von der Organisation betriebenen Einrichtungen im Gazastreifen rund 117.000 Menschen Schutz gesucht. Der Gazastreifen wird von der radikalislamischen Hamas kontrolliert.

fdi/Reuters/dpa

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