Krieg in Libyen Gaddafi feiert seine Luftabwehr

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4. Teil: Erdogan bleibt beim Nein


+++ Algerien kritisiert Libyen-Einsatz +++

[15.27 Uhr] Die Luftschläge des französischen, britischen und US-amerikanischen Militärs gegen Ziele in Libyen stoßen auf immer mehr Kritik: Die Militäroperation sei "unverhältnismäßig" und müsse sofort enden, sagte Algeriens Außenminister Mourad Medelci laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters.

+++ Ban Ki Moon: "Die Zeit drängte" +++

[15.07 Uhr] "Washington-Post"-Korrespondent Colum Lynch schreibt in einem Twitter-Eintrag, mit welcher Begründung Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon die Flugverbotszone über Libyen unterstützte: Je länger man mit der Einrichtung der Flugverbotszone gewartet hätte, desto mehr Zivilisten hätten sterben können, so Ban. "Die Zeit drängte."

+++ Gates kündigt Reduzierung der Luftangriffe an +++

[14.44 Uhr] Es soll schon bald nicht mehr so viele Luftangriffe auf Ziele in Libyen geben. Dies erklärte US-Verteidigungsminister Robert Gates. "Wir werden die Intensität in Kürze verringern", sagte Gates nach Angaben der Agentur Interfax bei einem Besuch in Moskau. Russlands Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow forderte gegenüber Gates ein Ende der Angriffe auf zivile Ziele. "Leider wurden bei der Militäraktion bereits Zivilisten getötet", sagte Serdjukow in Moskau. "Das kann nicht hingenommen werden." Serdjukow sprach sich für den Beginn von Verhandlungen in Libyen aus.

+++ Erdogan bleibt beim Nein +++

[14.26 Uhr] Der türkische Ministerpräsident Erdogan lehnt eine führende Rolle der Nato bei den Luftangriffen auf Ziele in Libyen weiter ab. Ankara, selbst Nato-Mitglied, werde den Verbündeten gegenüber erklären, dass ein humanitär ausgerichteter Einsatz unter Führung der Vereinten Nationen nötig sei, sagte Erdogan in Ankara vor der Parlamentsfraktion seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP. "Unsere Beziehungen mit Libyen beruhen nicht auf dem Durst nach Öl oder blanken Interessen", zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu den Regierungschef. "Unser Wunsch ist es, dass das libysche Volk seine Angelegenheiten selbst regelt und nicht durch eine ausländische Intervention."

+++ Nato will Waffenembargo auf See durchsetzen +++

[14.10] Die Nato-Staaten haben sich darauf geeinigt, ein Waffenembargo gegen Libyen auf dem Meer durchzusetzen. Das teilte ein Nato-Diplomat in Brüssel mit. Das Militärbündnis diskutiert seit Tagen darüber, welche Rolle es bei der Durchsetzung der Uno-Resolution einnehmen soll.

+++ Aufständische berichten von 40 Toten in Misurata +++

[13.29 Uhr] Bei den Gefechten zwischen Aufständischen und Regierungstruppen in der libyschen Stadt Misurata sollen 40 Menschen getötet worden sein. Das meldet der Nachrichtensender al-Arabija unter Berufung auf die Übergangsregierung in der Stadt Bengasi.

+++ Spanien rechnet mit Libyen-Einsatz von bis zu drei Monaten +++

[13.06 Uhr] Die spanische Regierung geht davon aus, dass die internationale Militäraktion in Libyen voraussichtlich einen bis drei Monate dauern wird. Ministerpräsident Zapatero stellte im Madrider Parlament den Antrag, den Einsatz spanischer Kampfflugzeuge bei der Schaffung einer Flugverbotszone für eine Zeit von einem Monat zu billigen. Außerdem bat der sozialistische Regierungschef die Abgeordneten darum, der Entsendung einer Fregatte und eines U-Bootes für eine Zeit von drei Monaten zuzustimmen.

+++ Westerwelle fordert baldiges Ölembargo +++

[13.00 Uhr] Deutschland will noch in dieser Woche ein Öl- und Gasembargo gegen Libyen in der EU durchsetzen. "Es kann nicht sein, dass einerseits militärische Aktionen geflogen werden, andererseits aber immer noch nicht ausgeschlossen ist, dass noch Öl- und Gasgeschäfte mit dem System Gaddafi stattfinden", sagte der FDP-Chef in Berlin. "Es muss ausgeschlossen sein, dass der Diktator an frisches Geld kommt."

Westerwelle verteidigte erneut die Entscheidung, die Bundeswehr aus Kampfhandlungen gegen Libyen herauszuhalten. Vorwürfe, Deutschland isoliere sich mit dieser Haltung, wies er zurück. "Wir stehen, was den militärischen Einsatz angeht, unverändert mit unserer Skepsis weder international noch in Europa alleine." Die Mehrheit der EU-Staaten beteiligte sich nicht an dem Einsatz. Das gelte auch für Länder, die entsprechende militärische Kapazitäten hätten. Als Beispiel nannte Westerwelle Polen.

insgesamt 208 Beiträge
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AxelSchudak 22.03.2011
1. Das Glaubwürdigkeitsproblem...
"China hat eine Waffenruhe in Libyen gefordert. " China wäre hier deutlich glaubwürdiger, wenn sie zu Zeiten des rein innerlibyschen Konfliktes ähnliches von Gaddafi gefordert hätten. Offensichtlich sorgt sich China aber öffentlichkeitswirksam nur um Opfer westlicher Aktionen.
sebs42 22.03.2011
2. Technischer Ausfall
Jaja, technischer Ausfall. Vermutlich technischer Ausfall, ausgelöst durch Flak-Treffer? Wie immer im Krieg sind sämtliche offiziellen Meldungen mit Vorsicht zu genießen.
Mulharste, 22.03.2011
3. -
Zitat von sysopHeftige Luftangriffe auf Tripolis, ein US-Flugzeug stürzt über einem Feld ab - am vierten Tag des Militäreinsatzes in Libyen*gibt es schwere Gefechte. Nun verschärft sich der*Streit zwischen den Bündnispartnern der Nato. Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,752441,00.html
Crew gerettet? Also sind Bodentruppen im Land. Seals?
butter_milch 22.03.2011
4. ...
"China drängt auf Waffenruhe". Wenn ich lese, dass China sich um zivile Opfer sorgt, platzt mir der Kragen. Die Dreistigkeit muss man erstmal haben, als eine der schlimmsten Regierungen auf unserem Planeten ein solches Statement abzugeben. Erbärmlich.
berpoc 22.03.2011
5. ein neuer Tag, der...
... uns von der Sinnlosigkeit der übermäßigen Waffenherstellung überzeugen sollte.
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