Krieg in Libyen Rebellen verwüsten Gaddafis Machtzentrale

2. Teil: Nato nimmt Gaddafi-Palast unter Feuer


+++ Nato nimmt Gaddafi-Palast unter Feuer +++

[15.15] Die internationale Militärallianz setzt ihre Angriffe in Tripolis offenbar fort: Al-Dschasira zufolge lässt die Nato den Palast Gaddafis heftig bombardieren. Zuvor hatte ein AFP-Reporter über Kampfflieger berichtet, die über der Hauptstadt kreisten. Allerdings herrscht über die Strategie des Bündnisses Unklarheit: Zwar hat die Nato versichert, sie führe die Sicherung des Luftraumes wie gehabt fort - Berichte über einen angeblichen Luftangriff in den frühen Morgenstunden hatte die Allianz jedoch später wieder dementiert.

+++ Westerwelle verspricht schnellen Kredit +++

[14.47] Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat dem Übergangsrat der Rebellen ein Darlehen über 100 Millionen Euro versprochen. Das Geld solle in den nächsten Tagen freigegeben werden, sagte er nach einem Telefon mit Mahmud Dschibril vom Nationalen Übergangsrat. Westerwelle forderte auch eine rasche Freigabe des international eingefrorenen Vermögens Libyens. Dafür sei eine neue Uno-Resolution erforderlich.

+++ Rebellen haben Gaddafi-Palast offenbar eingekreist +++

[14.11] Laut dem Fernsehsender al-Dschasira haben die Rebellen nun das gesamte Anwesen Bab al-Asisija umstellt. Es wird vermutet, dass Gaddafi sich in der Residenz aufhält und dass sich unter dem Anwesen ein Bunker- und Tunnelsystem befindet - sicher ist dies allerdings nicht.

+++ Bericht: Rebellen greifen Palasttor an +++

[13.59] Der arabische Fernsehsender al-Arabija meldet, Aufständische hätten die Tore der Anwesens Bab al-Asisija angegriffen, in dem Gaddafi vermutet wird. Die Rebellen wollen das alte Tor auf der Westseite durchbrechen, sagte einer der Kämpfer dem Sender. Auch CNN meldet, dass die Rebellen die Gaddafi-Festung nun direkt angreifen.

+++ Dschalil: "Ich werde der Erste sein" +++

[13.34] Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates, Mustafa Abd al-Dschalil, hat die Rebellen erneut aufgerufen, keine Racheakte zu verüben. Alle Gefolgsleute Gaddafis müssten sich vor Gericht verantworten, sobald die Lage stabil sei. "Und ich werde der Erste sein. Für meine Fehler werde ich mich verantworten müssen, weil ich vier Jahre für Gaddafi gearbeitet habe. Aber ich rufe alle Libyer auf, das Recht nicht in die eigenen Hände zu nehmen", sagte Dschalil bei einem Treffen mit dem türkischen Außenminister in Bengasi. Dschalil war nach einer Karriere im libyschen Justizwesen 2007 zu Gaddafis Justizminister ernannt worden.

+++ Nothilfe des Roten Kreuzes +++

[13.26] Das Internationale Rote Kreuz beginnt mit Sonder-Hilfslieferungen an die Krankenhäuser in Tripolis. Das teilt die Organisation über ihren Twitter-Account mit.

+++ EU beruft Krisensitzung ein +++

[13.23] Die Botschafter der EU-Länder wollen zu einer Dringlichkeitssitzung zu Libyen zusammenkommen. Dabei werden sie der Bevölkerung Hilfe für den Wiederaufbau und die Demokratisierung nach dem Ende des Gaddafi-Regimes zusichern, verlautete vorab aus Diplomatenkreisen.

Zugleich wird ein Aufruf an die Rebellen erwartet, in der Umbruchphase keine Rache an Anhängern Gaddafis zu nehmen und die Menschenrechte zu wahren.

EU-Außenpolitikchefin Catherine Ashton will in Tripolis eine EU-Mission einrichten, sobald es die Sicherheitslage zulässt. Vor Ort soll dann die konkrete Hilfe der Europäer für Libyen auf den Weg gebracht werden.

+++ Rauchwolken über Gaddafi-Palast +++

[13.03] In Tripolis sind nach Berichten internationaler Nachrichtensender schwere Kämpfe um den Stützpunkt Bab al-Asisija entbrannt, in dem Gaddafi vermutet wird. Bilder auf al-Dschasira zeigten dichte Rauchwolken über dem Stützpunkt. Reporter des Senders berichteten, Aufständische kämpften sich langsam in die stark befestigte Anlage vor. Die Stadt werde von Flugzeugen überflogen, berichtet ein AFP-Reporter.

Der britische Sender BBC berichtet von Gefechten auch in anderen Stadtteilen. Unter anderem seien Explosionen und Schießereien in der Nähe des Hotels Rixos zu hören, in dem westliche Journalisten untergebracht sind.

+++ Iran warnt vor "ausländischen Mächten" +++

[12.59] Iran hat die libyschen Rebellen davor gewarnt, nach einem Sieg gegen das Gaddafi-Regime ausländische Kräfte ins Land zu lassen. "Iran beglückwünscht das muslimische Volk Libyens zu den jüngsten Entwicklungen, appelliert aber auch an es, die Hegemonial-Mächte davon abzuhalten in das post-revolutionäre Libyen einzugreifen", teilte das Außenministerium mit. Teheran hat die libyschen Aufständischen von Anfang an unterstützt, aber die militärische Offensive der Nato verurteilt.

+++ Nato dementiert Angriff auf Gaddafi-Palast +++

[12.49] Die Nato hat bestritten, dass ihre Flugzeuge in der Nacht zum Dienstag das Anwesen Gaddafis im Stadtteil Bab al-Asisija in Tripolis angegriffen haben. "Wir haben das Gelände nicht bombardiert", sagte ein Militärsprecher.

+++ Al-Dschasira: Rebellen kurz vor Gaddafi-Residenz +++

[12.26] Die Rebellen in Tripolis sind offenbar bis kurz vor die Gaddafi-Residenz vorgedrungen: Sie seien nur noch 500 Meter vom Anwesen Bab al-Asisija entfernt, berichtet ein Korrespondent des Fernsehsenders al-Dschasira.

+++ Den Haag: Saif-Berichte "doppeldeutig" +++

[12.10] Noch mehr Verwirrung um Gaddafi-Sohn Saif: Der Internationale Strafgerichtshof (ICC) erklärt, man habe nie eindeutige Berichte der Festnahme von den Rebellen empfangen. "Wir bekamen verschiedene Antworten vom Nationalen Übergangsrat, alles war etwas doppeldeutig", sagte ein Sprecher. Dabei hatte Chefankläger Luis Moreno-Ocampo am Montag die Festsetzung von Saif al-Islam bestätigt - und mit dem Übergangsrat sogar über eine mögliche Überstellung Saifs nach Den Haag gesprochen.

+++ Gefechte vor Palast+++

[12.10] Reporter von al-Dschasira und der BBC bestätigen Berichte, dass neue Kämpfe rund um Gaddafis Residenz ausgebrochen seien. Die Rebellen geben an, nach ihrem Einmarsch bis zu 95 Prozent der libyschen Hauptstadt zu kontrollieren - doch der Hauptsitz des Diktators auf einem schwer gesicherten Militärgelände ist weiter in der Hand der Regierungstruppen. Ein Bunkersystem unter der Anlage gilt als ein möglicher Aufenthaltsort Gaddafis.

insgesamt 204 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
peddersen 23.08.2011
1. lklmklkmeen
Zitat von sysopDie Kämpfe in Tripolis gehen weiter - Reporter berichten von Explosionen rund um Gaddafis Hauptresidenz. Doch vom Machthaber selbst fehlt jede Spur. Der überraschende Auftritt von Gaddafi-Sohn Saif zeigt, wie unübersichtlich die Gefechtslage ist. Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,781821,00.html
Das ist wohl die Dreistigkeit übertrieben seitens SPON: Erst im Zuge der allgemeinen Kriegshetze Siege und Gefangennahmen verkünden, die es gar nicht gibt - und dann das auf die "unübersichtliche Gefechtslage" schieben. Ja gehts noch?
Antaris, 23.08.2011
2. Saif ist nicht nur vorgefahren
sondern, wie die SZ meldet: "Der Sohn von Machthaber Gaddafi lud die Journalisten zu einer Fahrt durch die Stadt in seinem Konvoi ein. Der Konvoi aus gepanzerten Geländewagen fuhr durch Straßen voller bewaffneter Gaddafi-Gefolgsleute und durch das Viertel Bu Slim, das als Hochburg der Regimetreuen gilt. Vor Gaddafis Gebäudekomplex Bab al-Asisija warteten mindestens hundert Männer auf Waffen, die an Freiwillige zur Verteidigung des Regimes verteilt wurden." Ich meine, das ist eine sehr wichtige Information, die man auch als Spon-Leser kennen sollte. Es ergibt sich doch dadurch eine ganz andere Sicht auf die tatsächliche Situation in Tripolis.
Pandora 23.08.2011
3. ...
Zitat von peddersenDas ist wohl die Dreistigkeit übertrieben seitens SPON: Erst im Zuge der allgemeinen Kriegshetze Siege und Gefangennahmen verkünden, die es gar nicht gibt - und dann das auf die "unübersichtliche Gefechtslage" schieben. Ja gehts noch?
Das war wohl nötig, um Merkels angebliche "Blamage" zu feiern. Wer letzten Endes der Blamierte ist, wird sich erst weisen.
benn01 23.08.2011
4. ......
Zitat von peddersenDas ist wohl die Dreistigkeit übertrieben seitens SPON: Erst im Zuge der allgemeinen Kriegshetze Siege und Gefangennahmen verkünden, die es gar nicht gibt - und dann das auf die "unübersichtliche Gefechtslage" schieben. Ja gehts noch?
Dazu kommt noch, dass seit 3 Tagen immer der selbe Typ auf den Bildern zu sehen ist. Ich meine den mit dem rot schwarzen Basecap.
Rodelkoenig 23.08.2011
5. Füttert öfter Eure Fische!
Naja. Mal unabhängig von den ganzen politischen Sachen finde ich es ziemlich beeindruckend, mit welchem improvisierten Waffen die Rebellen da unterwegs und anscheinend auch erfolgreich sind gegen eine reguläre Armee. Da werden ganze Flugabwehrkanonen und Vierlings-FLAKs, für die noch im 2. Weltkrieg riesige Halbkettenfahrzeuge notwendig waren, Raktenwerfer, die offenbar von sowjetischen Mil24-Kampfhubschraubern stammen, schwere MGs, Panzerabwehrwaffen und viele andere Dinge auf die Ladefläche von stinknormalen PickUps geschraubt. Und das funktioniert auch noch und kann gegen eine reguläre Armee mit Panzern, schweren LKWs und Kettenfahrzeugen bestehen, auch wenn die Verluste bei den Rebellen sicherlich um einiges höher sind als bei Gaddafis Truppen. Allein das ist schon eine große Leistung, selbst wenn die NATO-Luftwaffe da an vielen Stellen mithilft. Viele Grüße
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.