Krieg in Libyen Rebellen verwüsten Gaddafis Machtzentrale

3. Teil: Rätselraten über Gaddafis Verbleib


+++ Rebellen empfangen türkischen Minister +++

[12.04] Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu ist in der Rebellenhochburg Bengasi eingetroffen. Er erklärt, der Einsatz der Nato in Libyen werde fortgesetzt, bis die Lage völlig sicher sei.

+++ Evakuierung abgeblasen +++

[11.54] Die geplante Evakuierungsaktion für Ausländer und Gastarbeiter in Tripolis ist vorerst abgesagt. Ein Schiff, das die Hilfsorganisation IOM gechartert hatte, sollte am Dienstag im Hafen der Hauptstadt anlegen und etwa 300 Menschen aufnehmen. IOM-Chef Jean-Philippe Chauzy sagte, das Schiff werde vor der Küste liegen bleiben, bis sich die Sicherheitslage gebessert habe.

+++ Kämpfe gehen offenbar weiter +++

[11.18] Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von Schüssen und Explosionen in der Nähe von Gaddafis Hauptresidenz in Bab al-Asisija im Süden von Tripolis. Es wird angenommen, dass sich Gaddafi in dem Gebäudekomplex versteckt hält.

+++ Gaddafi-Sohn Mohammed soll frei sein +++

[11.12] Der unter Hausarrest gestellte Gaddafi-Sohn Mohammed ist einem Fernsehbericht zufolge von Truppen des Regimes befreit worden. Soldaten seien ihm zur Hilfe gekommen, berichtet al-Arabija unter Berufung auf Rebellenkreise.

Der Gaddafi-Sohn hatte am Vortag in einem Telefoninterview mit al-Dschasira gesagt, eine Gruppe von Rebellen habe sein Haus umstellt. Während des Gesprächs war Gewehrfeuer zu hören, danach brach der Telefonkontakt ab.

Gaddafi-Sohn Saif al-Islam war in der Nacht zum Dienstag überraschend in Tripolis erschienen - eigentlich sollte er laut Aufständischen in Gewahrsam der Rebellen sein.

Unklar ist der Aufenthaltsort von Saadi al-Gaddafi, einem weiteren Bruder. Auch diesen haben die Rebellen nach eigenen Angaben gefangen genommen. Über seinen Verbleib gibt es bisher keine Informationen.

+++ Wo sind Gaddafis Waffen? +++

[11.07] Die USA sorgen sich um das Waffen-Arsenal des Gaddafi-Regimes. Mike Rogers, Vorsitzender des Geheimdienst-Ausschusses im Repräsentantenhaus, warnte davor, "dass Chemie- und Hightech-Waffen sowie Sprengstoff in die falschen Hände fallen" könnten. Laut einem US-Regierungsvertreter, den die Agentur Reuters zitiert, werden die Chemie-Waffen noch von Gaddafi-Truppen bewacht. Am Montag hatten libysche Truppen drei Scud-Raketen nahe Gaddafis Heimatstadt Sirte abgefeuert.

+++ Gefechte in Gaddafis Heimatstadt +++

[10.59] Der Sender al-Arabija berichtet über heftige Gefechte nahe Gaddafis Geburtsstadt Sirte. Rebellen hätten sich mit Gaddafi-Truppen bekämpft, heißt es. Auch rund 80 Kilometer westlich von Tripolis, in der Stadt Odschailat, werden Gefechte gemeldet.

+++ Westerwelle will fairen Prozess +++

[10.53] Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat einen fairen Prozess für Gaddafi und seine Söhne gefordert. Für den frühen Nachmittag hat Westerwelle eine Pressekonferenz angekündigt.

+++ China sorgt sich um Investitionen +++

[10.50] China hat die libyschen Rebellen aufgefordert, seine Investitionen in dem Land nach einer Machtübernahme zu schützen. Die Regierung in Peking hoffe, dass Libyen nach einer Rückkehr in die Stabilität, die Interessen und Rechte der chinesischen Investoren respektiere, sagte ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums. China wolle die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Libyen fortsetzen. Am Montag hatte ein Rebellen-Vertreter mit der Kündigung von Ölverträgen gedroht, weil China die Aufständischen im Kampf gegen Gaddafi nicht unterstützt habe.

+++ Auslieferung von Lockerbie-Attentäter diskutiert +++

[10.28] US-Politiker haben den Nationalen Übergangsrat zur Auslieferung von Basset Ali al-Megrahi aufgefordert. Der Drahtzieher des Anschlags auf die Pan-Am-Passagiermaschine über dem schottischen Lockerbie 1988 müsse festgenommen und ausgeliefert werden, damit es "endlich Gerechtigkeit" geben könne, erklärte der republikanische Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney. Die USA haben kein Auslieferungsabkommen mit Libyen.

+++ Google benennt Grünen Platz um +++

[10.23 Uhr] Google hat im Kartendienst Maps den Platz im Zentrum von Tripolis in "Martyr's Square" umbenannt. Dies war der ursprüngliche Name des Platzes, der gerade zum Zentrum der Endphase der libyschen Revolution wird. "Green Square" hatte Gaddafi den Platz taufen lassen. Ein Nutzer hatte nach dem Einmarsch der Rebellen in die Hauptstadt den Namen geändert, teilte Google mit - und das Unternehmen habe den Titelwechsel genehmigt.

+++ Verwirrung um Gaddafi-Clan +++

[10.12] Kurzer Rückblick in die vergangene Nacht: Der Häuserkampf in Tripolis ist in die zweite Runde gegangen, unterbrochen vom spektakulären Auftritt von Gaddafi-Sohn Saif al-Islam. Am frühen Dienstagmorgen war dieser in einem gepanzerten Fahrzeug vor der Residenz seines Vaters vorgefahren. Eigentlich war Saif von den Rebellen für gefangen genommen erklärt worden. Der Aufenthaltsort Gaddafis selbst bleibt weiter unklar. Aufständischen zufolge soll Gaddafis ältester Sohn Mohammed seinen Bewachern entkommen sein. Außerdem kursieren Gerüchte über den Tod von Brigade-Führer und Gaddafi-Sohn Chamis.

amz/fab/Reuters/dapd/dpa/AFP

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peddersen 23.08.2011
1. lklmklkmeen
Zitat von sysopDie Kämpfe in Tripolis gehen weiter - Reporter berichten von Explosionen rund um Gaddafis Hauptresidenz. Doch vom Machthaber selbst fehlt jede Spur. Der überraschende Auftritt von Gaddafi-Sohn Saif zeigt, wie unübersichtlich die Gefechtslage ist. Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,781821,00.html
Das ist wohl die Dreistigkeit übertrieben seitens SPON: Erst im Zuge der allgemeinen Kriegshetze Siege und Gefangennahmen verkünden, die es gar nicht gibt - und dann das auf die "unübersichtliche Gefechtslage" schieben. Ja gehts noch?
Antaris, 23.08.2011
2. Saif ist nicht nur vorgefahren
sondern, wie die SZ meldet: "Der Sohn von Machthaber Gaddafi lud die Journalisten zu einer Fahrt durch die Stadt in seinem Konvoi ein. Der Konvoi aus gepanzerten Geländewagen fuhr durch Straßen voller bewaffneter Gaddafi-Gefolgsleute und durch das Viertel Bu Slim, das als Hochburg der Regimetreuen gilt. Vor Gaddafis Gebäudekomplex Bab al-Asisija warteten mindestens hundert Männer auf Waffen, die an Freiwillige zur Verteidigung des Regimes verteilt wurden." Ich meine, das ist eine sehr wichtige Information, die man auch als Spon-Leser kennen sollte. Es ergibt sich doch dadurch eine ganz andere Sicht auf die tatsächliche Situation in Tripolis.
Pandora 23.08.2011
3. ...
Zitat von peddersenDas ist wohl die Dreistigkeit übertrieben seitens SPON: Erst im Zuge der allgemeinen Kriegshetze Siege und Gefangennahmen verkünden, die es gar nicht gibt - und dann das auf die "unübersichtliche Gefechtslage" schieben. Ja gehts noch?
Das war wohl nötig, um Merkels angebliche "Blamage" zu feiern. Wer letzten Endes der Blamierte ist, wird sich erst weisen.
benn01 23.08.2011
4. ......
Zitat von peddersenDas ist wohl die Dreistigkeit übertrieben seitens SPON: Erst im Zuge der allgemeinen Kriegshetze Siege und Gefangennahmen verkünden, die es gar nicht gibt - und dann das auf die "unübersichtliche Gefechtslage" schieben. Ja gehts noch?
Dazu kommt noch, dass seit 3 Tagen immer der selbe Typ auf den Bildern zu sehen ist. Ich meine den mit dem rot schwarzen Basecap.
Rodelkoenig 23.08.2011
5. Füttert öfter Eure Fische!
Naja. Mal unabhängig von den ganzen politischen Sachen finde ich es ziemlich beeindruckend, mit welchem improvisierten Waffen die Rebellen da unterwegs und anscheinend auch erfolgreich sind gegen eine reguläre Armee. Da werden ganze Flugabwehrkanonen und Vierlings-FLAKs, für die noch im 2. Weltkrieg riesige Halbkettenfahrzeuge notwendig waren, Raktenwerfer, die offenbar von sowjetischen Mil24-Kampfhubschraubern stammen, schwere MGs, Panzerabwehrwaffen und viele andere Dinge auf die Ladefläche von stinknormalen PickUps geschraubt. Und das funktioniert auch noch und kann gegen eine reguläre Armee mit Panzern, schweren LKWs und Kettenfahrzeugen bestehen, auch wenn die Verluste bei den Rebellen sicherlich um einiges höher sind als bei Gaddafis Truppen. Allein das ist schon eine große Leistung, selbst wenn die NATO-Luftwaffe da an vielen Stellen mithilft. Viele Grüße
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