Assad, IS, Rebellen Die Fakten zum Krieg in Syrien

Wer kämpft in Syrien gegen wen, wie kam es überhaupt zum Bürgerkrieg, was haben Russland und die USA damit zu tun? Im Hintergrundformat "Endlich verständlich" finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Foto: KARAM AL-MASRI / AFP

Die Fakten zum Krieg in Syrien - Endlich verständlich

Seit 2011 tobt die Gewalt in Syrien. Aus anfangs friedlichen Demonstrationen ist ein komplexer Bürgerkrieg geworden, mit unzähligen Milizen und Fronten. Die tieferen Ursachen für den Konflikt sind ähnlich gelagert wie in den anderen Ländern des Nahen Ostens, in denen es im Zuge des Arabischen Frühlings zu Protesten kam.

  • Willkür des Sicherheitsapparats: Syrien ist ein Überwachungsstaat, das Volk wird von mehreren konkurrierenden Geheimdiensten und mafiaähnlichen Banden im Dienste des Regimes in Schach gehalten. Diese gehen oft mit größter Brutalität vor. Syriens Sicherheitsapparat ist seit Jahrzehnten, schon unter Baschar al-Assads Vater Hafis al-Assad, für grausame Folter bis zum Tod berüchtigt. Die brutale Repression der ersten Proteste führte zur Eskalation des Konfliktes - und zum Bürgerkrieg.

  • Soziale Ungleichheit: Syriens Präsident Baschar al-Assad hatte damit begonnen, die Wirtschaft zu modernisieren. Davon profitierten einige. Vor allem in den Städten bildete sich eine neue Mittelschicht. Viele jüngere Syrer fingen an, von einer besseren Zukunft zu träumen. Manche hofften auch auf politische Reformen. Doch gleichzeitig ging die soziale Schere immer weiter auf.

  • Armut: Vor allem in den ländlichen Gegenden nahm die Armut zu. Die Menschen dort gehörten zu den Verlierern der Wirtschaftsreformen. Eine Dürre verschärfte zudem ihre Situation. Viele zogen weg in die ärmeren Vorstädte, die so rasant anwuchsen, dass der Spitzelapparat sie nicht mehr schnell genug durchdringen konnte.

  • Vetternwirtschaft: Sie sorgt im Alltag in Syrien für viel Frust. Wer jemand Wichtigen kennt, hat es in Syrien bei allem leichter: Jobs, Baugenehmigungen, Rechtsstreitigkeiten. Syrer mit guten Verbindungen sind in Assads Syrien nahezu unantastbar. Wer dagegen kein "Wasta" hat, wie Beziehungen genannt werden, hat das Nachsehen.

  • Konfessionelle Spannungen: Die wichtigen Posten sind überproportional in den Händen der konfessionellen Minderheiten, vor allem der Alawiten, zu denen auch die Assads zählen. Die allerwichtigsten Positionen wiederum sind eine reine Familienangelegenheit in der Hand des Assad-Clans. Dies schürt konfessionelle Rivalitäten. Das syrische Regime spielt die verschiedenen ethnischen und konfessionellen Gruppen Syriens geschickt gegeneinander aus, wenn dies für seinen Machterhalt opportun ist. Gleichzeitig tabuisiert und unterdrückt es jegliche öffentliche Diskussion dieser Spannungen.