Krieg in Syrien Christliche Nonnen aus Geiselhaft entlassen

Die Entführung von 13 Nonnen in Syrien ist glimpflich zu Ende gegangen: Die Frauen kamen nach drei Monaten in der Hand von Islamisten frei. Menschenrechtler machen auf die schlechte medizinische Versorgung in dem Bürgerkriegsland aufmerksam - ganz besonders leiden die Kinder.

Syrische Nonnen: Ein Vierteljahr in Geiselhaft
REUTERS

Syrische Nonnen: Ein Vierteljahr in Geiselhaft


Beirut - Im Dezember waren sie entführt worden. Nun ist eine Gruppe von 13 christlichen Nonnen aus der syrischen Kleinstadt Maalula wieder frei. Die Ordensfrauen trafen im Beisein katarischer Vermittler in der grenznahen libanesischen Stadt Chtaura ein, hieß es aus libanesischen Sicherheitskreise in Beirut.

Die Nonnen seien von Kirchenvertretern an der syrisch-libanesischen Grenze empfangen worden. Sie seien offensichtlich in guter gesundheitlicher Verfassung, hieß es. Die Frauen seien von der mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbundenen Nusra-Front entführt worden.

Nach Angaben von syrischen Aktivisten sollen im Gegenzug 153 vom syrischen Regime inhaftierte Frauen aus Gefängnissen entlassen werden. Die Nonnen waren aus einem Konvent in Maalula verschleppt worden. Maalula ist eine von syrischen Christen bewohnte Kleinstadt im Umland von Damaskus, die durch ihre Kirchen und Klöster bekannt ist.

Gesundheitsversorgung von Kindern ist verheerend

Kinderrechtsaktivisten prangern eine verheerende medizinische Versorgung hilfsbedürftiger Kinder in Syrien an. Seit dem Beginn des Konflikts vor drei Jahren seien beispielsweise 200.000 Menschen, darunter Tausende Mädchen und Jungen, gestorben, weil ihre chronischen Krankheiten nicht behandelt worden seien, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der Organisation Save the Children. Das seien fast doppelt so viele Menschen, wie in Kämpfen getötet worden seien.

"Kinder sterben durch Gewalt, aber in noch größerer Zahl an behandelbaren oder vermeidbaren Krankheiten", erklärte Save the Children. Wegen mangelnder Ausstattung in Kliniken müssten ihnen etwa ganze Gliedmaßen amputiert werden. Auch stürben Neugeborene wegen Stromausfällen in Brutkästen, beklagte die Organisation. Weiter würden Patienten mangels Narkosemitteln bewusstlos geschlagen, andere erhielten potentiell hochgefährliche Mensch-zu-Mensch-Bluttransfusionen.

Bei Kampfhandlungen wurden im syrischen Bürgerkrieg unbestätigten Angaben von Menschenrechtsaktivisten zufolge bereits mehr als 140.000 Menschen getötet. Die Revolte begann Mitte März 2011 mit friedlichen Protesten gegen die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad, die gewaltsam niedergeschlagen wurden.

ler/dpa/AFP

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insgesamt 4 Beiträge
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FKassekert 10.03.2014
1. Hat oder haben
die Vermittler des Austausches auch Namen? Kommen diese etwa aus der Russich-Orthodoxen Kirche, dann darf man diese nicht nennen! Amerikanische Quaeker werden es ja wohl kaum gewesen sein?
20099 10.03.2014
2. optional
"Syrische Christen" - Der Ordentracht nach zu urteilen scheint es sich um Ordensschwestern der melkitisch griechisch-katholischen Kirche zu handeln. Aber eigentlich auch egal: wenn die vom Westen bewaffneten "Freiheitskämpfer" in Syrien fertig sind dann werden dort eh alle Christen ausgerottet sein! Analog zu der Türkei, dem Irak, Iran...
gebruker 10.03.2014
3. Ausländische Mediem
Zitat von FKassekertdie Vermittler des Austausches auch Namen? Kommen diese etwa aus der Russich-Orthodoxen Kirche, dann darf man diese nicht nennen! Amerikanische Quaeker werden es ja wohl kaum gewesen sein?
Bei der Beantwortung dieser Fragen und bei vollständiger Übermittlung der Informationen muss man ausländische Medien konsultieren. Es waren die Al-Nusra Front und es mussten zusätzlich 4 Mio UDS bezahlt werden. Es kam zu Verzögerungen, weil immer mehr gefordert wurde. Warum dies in SPON nicht berichtet wird, erschliesst sich mir nicht.
pikeaway 10.03.2014
4. Selektive Information?
Zitat von gebrukerBei der Beantwortung dieser Fragen und bei vollständiger Übermittlung der Informationen muss man ausländische Medien konsultieren. Es waren die Al-Nusra Front und es mussten zusätzlich 4 Mio UDS bezahlt werden. Es kam zu Verzögerungen, weil immer mehr gefordert wurde. Warum dies in SPON nicht berichtet wird, erschliesst sich mir nicht.
Auch mir erschließt sich das nicht. Ich vermisse auch folgende Hinweise: Die Nonnen wurden von AlNusra- Kämpfern im Rahmen ihres Rückzugs von Maalula nach Yabroud verschleppt. In dieser Stadt halten sich ca. 10.000 Islamisten auf. Seit Wochen attackiert die SAA das Gebiet. Mit Erfolg. Die Islamisten sind eingekesselt. Die syrische Armee hat sich etwa 1 km dem Zentrum von Yabroud genähert. Der Fall der letzten Rebellenhofburg im Süden wird wahrscheinlich genau so wenig Aufmerksamkeit finden wie die Ereignisse davor. Das Entscheidende: der Waffenschmuggel via Libanon ist damit unterbrochen.
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