Krieg in Syrien IS marschiert wieder in Palmyra ein

Der IS ist nach vielen Rückschlägen wieder auf dem Vormarsch: Nach Angaben von Aktivisten zogen Kämpfer der Terrormiliz wieder in die antike syrische Stadt Palmyra ein - und sicherten sich nahegelegene Gasfelder.

Die syrische Armee im April in Palmyra
REUTERS

Die syrische Armee im April in Palmyra


Kämpfer der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) sind am Samstag wieder in die antike Oasenstadt Palmyra in Syrien einmarschiert. Sie hätten den Nordwesten der Stadt unter ihre Kontrolle gebracht, während sie sich im Zentrum Kämpfe mit der syrischen Armee lieferten, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Auch das IS-Sprachrohr Amak berichtete von dem Vormarsch der Terrormiliz.

Der IS hatte in dieser Woche eine Offensive in der Region um Palmyra begonnen und die Regimetruppen aus mehreren Richtungen angegriffen. Im März hatten syrische Regierungstruppen Palmyra mit russischer Luftunterstützung vom IS zurückerobert.

Es ist das erste Mal seit Monaten, dass der IS in Syrienin die Offensive geht. Bislang hatte die Terrormiliz seit Jahresbeginn nur Gebiete verloren - nicht nur rund um Palmyra, sondern vor allem im Norden Syriens.

SPIEGEL ONLINE

Die Dschihadisten hatten während ihrer Herrschaft über die Stadt zahlreiche einzigartige historische Kulturgüter aus den ersten Jahrhunderten nach Christus zerstört, darunter die Tempel Baal und Bal-Schamin sowie den Triumphbogen. Die Ruinen der früheren Handelsmetropole gehören zum Unesco-Weltkulturerbe.

Bei den jüngsten Kämpfen mit syrischen Regierungstruppen nahmen die Extremisten jetzt auch das Gasfeld Dschihar ein, wie die Beobachtungsstelle und armeenahe Kreise berichteten. Zuvor hatte die Miliz bereits weitere Gasfelder wieder zurück erobern können, darunter Al-Schair. Die Gasfelder und Pipelines in der Region sind von zentraler Bedeutung für die Energieversorgung des Landes.

Die regimenahe Nachrichtenseite Al-Masdar meldete, die dort stationierten Nationalen Verteidigungskräfte (NDF) seien zum Rückzug gezwungen gewesen. Die Regierungskräfte hätten 100 Kämpfer verloren. Demnach schickte die Armee neue Truppen in die Region.

als/apr/AFP/AP/dpa

insgesamt 103 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Orthoklas 10.12.2016
1. Dilettantismus
Was die syrische Armee, oder wie immer der Haufen von Soldaten sich auch nennt, ist ja ohne Worte. Ebenso traurig, dass es der Weltgemeinschaft nicht gelingt, die Kulturgüter und Bewohner vom Terroristenpack zu beschützen. Dilettanten!
Jürgen Thiede 10.12.2016
2. Sieht so der russische Kampf gegen den IS aus?
Klar, Assad und Putin sind ja mit der Massakrierung der Bevölkerung von Ost-Aleppo beschäftigt. Der Kampf gegen den IS war nie ein ernsthaftes Kriegsziel.
Velociped 10.12.2016
3. Es gibt nicht DEN IS
Es gibt viele Gruppen des IS. Sie verbünden sich mit einem um gegen den anderen zu kämpfen. So gibt es IS-Gruppen die gegen und die für Erdogan kämpfen. Ebenso gibt es IS-Gruppen die mit und die gegen die USA kämpfen. Hier geht es darum den Russen und Assad zu bekämpfen, also unterstützen die USA das. Auf diese Art und Weise, hat das Töten in Syrien kein Ende. Die USA und die EU wollen nicht, dass Assad/Russland gewinnt. Sie wollen aber auch nicht, dass der IS gewinnt. Erdogan soll auch nicht gewinnen. Die Kurden auch nicht. Daher wird immer der Gegner der Seite unterstützt, die gerade dabei ist zu gewinnen - nur der IS wird ggf. direkt bekämpft. Damit fällt nicht nur Syrien als Machtfaktor in der Region aus, sondern bindet auch noch die Kräfte des Iran, der Hisbolla, Saudi Arabien, Russland und der Türkei. Nebenbei lassen sich viele Waffen verkaufen und können die Armeen den Kampf unter Echtbedingungen trainieren. Die Bundeswehr ist beteiligt an diesem schändlichen Spiel.
handundfuß 10.12.2016
4. ich denke,
dass dies ein US geführtes Spiel ist, wo das Ziel darauf gerichtet ist, einen Feind zu schaffen, in diesem Fall ISID, und dann beide Seiten mit Waffen zu versorgen und somit die Stärke der dort ansässigen Mächte abzustumpfen und damit einfacher zu dominieren bzw. auszubeuten. Alle Geschehnisse sprechen dafür; an Gebiete , wo der ISIS zu sehr geschwächt wird, wird plötzlich versehentlich die falsche Einheit bombardiert und plötzlich sterben mal 90 oder mehr Soldaten und schon macht der ISID wieder Fortschritte und dann werden wieder mal die Soldaten (Kurden, Syrier,Iraker und andere) ausgebildet und in an die Front geschickt. Das ist ein Teufelskreis und wie gesagt das ist bloß meine Meinung.
mwroer 10.12.2016
5.
Zitat von Jürgen ThiedeKlar, Assad und Putin sind ja mit der Massakrierung der Bevölkerung von Ost-Aleppo beschäftigt. Der Kampf gegen den IS war nie ein ernsthaftes Kriegsziel.
Es ist so schön zu sehen dass hier Menschen schreiben die Ihren Verstand benutzen und dazu noch befähigt sind militärische Bewertungen abzugeben. Wie Sie messerscharf erkannt haben dass die, vermutlich erste und einzige Rückeroberung einer Stadt in der Geschichte des Krieges, sofort klar aufzeigt dass der Kampf gegen den IS nie ein Kriegsziel war. Man kann sich nur verneigen vor soviel Weisheit. Wenn Sie Zeit haben analysieren Sie bitte noch den zweiten Weltkrieg. Ich mag irren aber IHR Rückschluss wird vermutlich sein dass die US Army und die Rote Armee nie ernsthaft vor hatten Deutschland zu besiegen. Muss so ne Art Unfall gewesen sein.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.