Fotostrecke

Bürgerkrieg in Syrien: "Die Lage verschlechtert sich rasant"

Foto: STRINGER/ REUTERS

Krieg in Syrien Hunderttausende Frauen und Kinder leiden in Homs

Es gibt immer wieder Raketenangriffe, wichtige Lebensmittel sind kaum noch vorhanden: Die Lage für Hunderttausende Frauen und Kinder in der syrischen Rebellenhochburg Homs wird von Tag zu Tag dramatischer. Unicef schlägt Alarm - die Versorgung der eingeschlossenen Einwohner werde immer schwieriger.

New York - "Die Lage von Frauen und Kindern in der syrischen Stadt Homs verschlechtert sich rasant" - das ist das Fazit in einem neuen Bericht des Uno-Kinderhilfswerks Unicef . Rund 400.000 Menschen seien allein in dem Stadtteil al-Waer eingeschlossen. Da in der Gegend neue Kontrollposten eingerichtet worden seien, werde ihre Versorgung immer schwieriger.

Es gebe täglich Berichte über gewaltsame Zusammenstöße und über Angriffe mit Raketen und Mörsern, sagte Unicef-Chef Anthony Lake. Dabei würden viele Menschen getötet. Zwar gebe es in dem Stadtviertel noch Wasser und Strom, "aber Gemüse, Milch und andere wichtige Lebensmittel werden immer knapper".

Lake forderte alle Konfliktparteien dazu auf, Hilfskräften einen sicheren Zugang zu den Menschen in al-Waer zu gewähren. Die Eingeschlossenen müssten außerdem die Möglichkeit bekommen, das Gebiet "in Sicherheit und Würde" zu verlassen, falls sie dies wollten. Die Mitteilung endet mit einer Frage: "Können sich nicht alle Beteiligten darauf einigen, dass die unschuldigen Frauen und Kinder in Homs und ganz Syrien von jeglichem Leid verschont bleiben sollten?"

Homs, die "Wiege der Rebellion"

Die Stadt Homs, lange Zeit eine Hochburg der Rebellen, ist einer der besonders heftig umkämpften Orte im syrischen Bürgerkrieg. Zahlreiche Menschen waren vor der Gewalt aus anderen Stadtteilen nach al-Waer geflohen und sitzen dort fest. Am Donnerstag wurden in Homs laut Aktivisten bei der Explosion eines Munitionslagers regierungstreuer Milizen mindestens 40 Menschen getötet, darunter zahlreiche Zivilisten.

Zuletzt hatten die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad in Homs Terraingewinne verzeichnet. Nach dem Fall des Bezirks Chaldijeh halten die Aufständischen praktisch nur noch die historische Altstadt. Die Rebellen bezeichnen Homs als "Wiege der Rebellion" gegen Assad, hier wird seit Beginn des Bürgerkriegs gekämpft.

Auch nördlich der Hauptstadt Damaskus kommt es immer wieder zu Gefechten. Am Samstag eroberten islamistische Rebellenbrigaden in Kaldun drei Munitionsdepots. Die Beute besteht unter anderem aus panzerbrechender Munition und Panzerfäusten, wie die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter berichtete.

Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs im März 2011 wurden nach Uno-Angaben mehr als 100.000 Menschen getötet. Millionen weitere wurden aus ihrer Heimat vertrieben. 75 Prozent der Flüchtlinge sind nach Uno-Angaben Frauen oder Kinder.

aar/AFP/dpa