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Krieg in Syrien: Tödlicher Anschlag auf Assads Vertraute

Foto: AP/ SANA

Krieg in Syrien Auch Assads Schwager stirbt bei Anschlag

Attacke auf den inneren Machtzirkel des Regimes: Bei einem Sprengstoffanschlag in Damaskus sind der Schwager von Syriens Diktator Assad und Verteidigungsminister Radschiha getötet worden. Ob der Innenminister und der Geheimdienstchef den Anschlag überlebten, ist noch unklar.

Damaskus - Bei einem Sprengstoffanschlag vor einem Gebäude der Sicherheitskräfte in Damaskus sind laut syrischem Staatsfernsehen am Mittwoch mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Demnach wurde Assif Schaukat, der Schwager von Machthaber Baschar al-Assad, getötet. Auch der Verteidigungsminister des Landes, Dawud Radschiha, soll getötet worden sein.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf das libanesische Fernsehen, dass der Innenminister des Landes, Mohammed Ibrahim al-Schaar, verletzt wurde. Unter den Verletzten soll sich zudem Hischam Bichtiar, mächtiger Geheimdienstchef des Landes, befinden.

Zum Zeitpunkt der Explosion fand demnach ein Treffen von Ministern und hohen Sicherheitsoffizieren statt. Wie Reuters berichtet, soll sich der Attentäter als Leibwächter Zugang zu höchsten Regierungskreisen verschafft haben.

Die genauen Umstände sind jedoch noch unklar. Das Staatsfernsehen berichtete, der Anschlag sei das Werk eines Selbstmordattentäters. Regimegegner hatten anfangs erklärt, in der Innenstadt unweit des Rawda-Platzes sei eine Autobombe explodiert. Anwohner konnten jedoch laut Reuters eine Explosion weder hören noch sehen.

Regierungstreue Republikanische Garden hätten laut Angaben der Rebellen das Schami-Krankenhaus abgeriegelt, nachdem Krankenwagen Verletzte des Attentats eingeliefert hätten. Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, war Assads Schwager Assif Schaukat nicht sofort tot, sonder erlag seinen Verletzungen in der Klinik.

Seit vier Tagen liefern sich Rebellen und Regierungstruppen in Damaskus heftige Kämpfe. Dabei sollen auch Panzer und Scharfschützen eingesetzt worden sein. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Sana fügten die Regierungstruppen den Rebellen schwere Verluste zu. Aktivistenangaben zufolge nahm die Armee die Viertel Kabun und Barse von Kampfhubschraubern aus unter Beschuss. Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und der von Deserteuren gegründeten Freien Syrischen Armee (FSA) gab es demnach in den Stadtteilen Midan und Kafar Sussa.

Immer mehr Generäle in der Türkei

Am Dienstagabend hatten die Rebellen eine "Schlacht für die Befreiung" von Damaskus angekündigt. Die regierungsnahe Zeitung "al-Watan" titelte am Mittwoch, der Kampf um Damaskus werde "bald beendet" sein, die Hauptstadt werde zum "Friedhof der Angreifer".

Nach Angaben von Anwohnern und Rebellen wird inzwischen auch in der Nähe des Palasts von Präsident Assad gekämpft. Ein nur wenige hundert Meter entfernt liegender Versorgungsbau sei am Mittwochmorgen angegriffen worden.

Auch aus anderen Landesteilen wurden anhaltende Kämpfe gemeldet. Am Dienstag waren nach Angaben der Beobachtungsstelle bei den landesweiten Gewaltasubrüchen 93 Menschen getötet worden, darunter 48 Zivilisten.

Unterdessen sollen sich immer mehr hohe Angehörige der syrischen Armee in die Türkei absetzen. Wie aus türkischen Behördenkreisen verlautete, flüchteten seit Dienstag wieder 600 Syrer über die Grenze. Darunter seien auch zwei Brigadegeneräle. Damit bietet die Türkei nun 20 Generälen aus Syrien Zuflucht. Die türkische Regierung, die früher enge Verbindungen zum syrischen Staatschef Assad unterhielt, ist inzwischen ein Kritiker des Machthabers. Mehr als 43.000 Syrer sind nach offiziellen türkischen Angaben in das Land geflüchtet.

fdi/Reuters/dpa/AFP/AP
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