Bürgerkrieg in Syrien Schwere Bombenanschläge erschüttern Damaskus

Bei einer Sprengstoff-Attacke in Damaskus sind fünf syrische Soldaten ums Leben gekommen. Gleichzeitig laufen die Verhandlungen in dem Konflikt weiter. Machthaber Assad will dem Roten Kreuz besseren Zugang zur Bevölkerung ermöglichen. Italien und Frankreich planen einen Sondergipfel.


Damaskus - Die syrische Hauptstadt Damaskus ist erneut von Bombenexplosionen erschüttert worden. Bei dem Vorfall starben am Freitag mindestens fünf Regierungssoldaten.

Bei der ersten Detonation vor einer Moschee im nördlichen Stadtteil Rukneddine seien am Freitag mindestens fünf Polizisten getötet worden, meldete das Staatsfernsehen. Der Vorfall ereignete sich demnach, als die Gläubigen nach dem Freitagsgebeten gerade das Gotteshaus verließen. Das Staatsfernsehen sprach von einer "Terrorattacke". Kurze Zeit später explodierte in der Nähe zweier Ministerien ein weiterer Sprengsatz.

Während die Kämpfe zwischen Armee und Aufständischen in vielen Landesteilen weiter toben, bemühen sich Politiker und Hilfskräfte um eine Verbesserung der Lage in dem blutigen Dauerkonflikt.

Wegen sich der sich zuspitzenden humanitären Situation bereitet die EU-Kommission die Freigabe von zusätzlichen 50 Millionen Euro vor. "Die humanitäre Lage in Syrien verschlechtert sich fast täglich, nachdem die Feindseligkeiten in einen Bürgerkrieg umgeschlagen sind", erklärte EU-Kommissarin Kristalina Georgieva in Brüssel. Wenn EU-Parlament und die Mitgliedsländer das Geld freigegeben haben, erreicht der Gesamtbetrag der EU-Kommission für die Opfer des Syrien-Konflikts 119 Millionen Euro.

Die Kommissarin rief alle Konfliktparteien auf, "das Leben der Zivilisten zu verschonen, die ohne eigenes Verschulden zwischen die Fronten geraten sind".

Assad stellt mehr Hilfe für Bevölkerung in Aussicht

Mit den weiteren 50 Millionen Euro aus dem EU-Budget soll unter anderem die medizinische Versorgung für Verwundete und Notfallpatienten, die medizinische Grundversorgung, Unterkünfte, Nahrungsmittel, die Wasser- und Sanitärversorgung sowie Haushaltsartikel für Binnenvertriebene in Syrien und Flüchtlinge im Ausland finanziert werden.

Machthaber Baschar al-Assad hat zudem Erleichterungen für die Arbeit von Helfern des Internationalen Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds in Aussicht gestellt. Assad habe zugestimmt, dass es nötig sei, die humanitäre Hilfe in Syrien dringend zu verstärken, erklärte der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Peter Maurer.

Maurer war zuvor bei einem dreitägigen Arbeitsbesuch in Syrien auch von Assad empfangen worden. Der syrische Präsident habe zugestimmt, die Lieferung von Hilfsgütern zu erleichtern, teilte Maurer mit.

Franzosen und Italiener wollen Sondergipfel

Auf der politischen Bühne fordern Frankreich und Italien eine Sondersitzung der EU-Außenminister über das weitere Vorgehen der Europäischen Union. In einem gemeinsamen Brief an ihre EU-Kollegen verlangen sie eine "substantielle Diskussion über die Rolle und das Handeln der EU in Syrien". Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hatte außerdem die Probleme der Wasserversorgung auf die Tagesordnung eines zweitägigen Ministertreffens gesetzt.

In dem Brief weisen die Außenminister Laurent Fabius aus Frankreich und der Italiener Giulio Terzi auf die "zunehmende Bedeutung der bewaffneten Opposition und lokaler Bürgergruppen" hin. Diese müsse gemeinsam mit der Erosion des Assad-Regimes "in Betracht gezogen werden". "Wir brauchen eine gemeinsame EU-Politik, um sicherzustellen, dass alle Mitglieder an einem Strang ziehen", mahnten die Minister.

jok/dpa/dapd/AFP



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Seite 1
eseelig 07.09.2012
1. bombenanschlag
Zitat von sysopBei einer Sprengstoff-Attacke in Damaskus sind fünf syrische Soldaten ums Leben gekommen. Gleichzeitig laufen die Verhandlungen in dem Konflikt weiter. Machthaber Assad will dem Roten Kreuz besseren Zugang zur Bevölkerung ermöglichen. Italien und Frankreich planen einen Sondergipfel. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,854536,00.html
wenn terroristen einen bombenanschlag machen, so wird das verniedlichend dargestellt. bombardieren assads truppen, so ist das ein verbrechen. die einseitigkeit schreit zum himmel.
Mogamboguru 07.09.2012
2. Die Maske ist ab.
Zitat aus dem Artikel: "In dem Brief weisen die Außenminister Laurent Fabius aus Frankreich und der Italiener Giulio Terzi auf die "zunehmende Bedeutung der bewaffneten Opposition und lokaler Bürgergruppen" hin." Man muss schon ziemlich scheinheilig sein, um im Angesicht der Gewalttaten der so genannten "Opposition" - Al Quaida und von Saudi-Arabien, Katar, der Türkei, Frankreich, England und den USA bezahlte Söldner - ohne rot zu werden öffentlich von "zunehmende(r) Bedeutung der bewaffneten Opposition und lokaler Bürgergruppen" in Syrien zu reden. Ich dachte immer, die Unterstützung terroristischer Vereinigungen ist strafbar? Wird dann jetzt der UN-ICC gegen Laurent Fabius und Giulio Terzi ermitteln?
umff 07.09.2012
3. Sie unterschlagen ...
Zitat von eseeligwenn terroristen einen bombenanschlag machen, so wird das verniedlichend dargestellt. bombardieren assads truppen, so ist das ein verbrechen. die einseitigkeit schreit zum himmel.
... dabei völlig, dass das erste gar keine Terroristen sind, weil sich die Bombenanschläge gegen Militär richten, während die Bombardierungen der Assad-Armee sich wissentlich mit und teilweise sogar ausschließlich gegen Zivilisten richten.
wynkendewild 07.09.2012
4.
Zitat von umff... dabei völlig, dass das erste gar keine Terroristen sind, weil sich die Bombenanschläge gegen Militär richten, während die Bombardierungen der Assad-Armee sich wissentlich mit und teilweise sogar ausschließlich gegen Zivilisten richten.
Natürlich sind solche Anschläge Terrorakte. Solche Bombenleger nehmen billigend in kauf, dass sich dort auch unbeteiligte Zivilpersonen aufhalten können. Gleichzeitig nehmen diese "freiheitskämpfer" zehntausende Zivilisten als menschliche Schutzschilde. Das sind und bleiben Verbrecher auf einer Stufe mit der RAF oder al-Qaida.
LeonLanis 07.09.2012
5. Nein,
Zitat von umff... dabei völlig, dass das erste gar keine Terroristen sind, weil sich die Bombenanschläge gegen Militär richten, während die Bombardierungen der Assad-Armee sich wissentlich mit und teilweise sogar ausschließlich gegen Zivilisten richten.
die Bombenanschläge richten sich auch gegen Zivilisten, z.B. am vergangenen Wochenende gegen einen Trauerzug. Das Reinwaschen der sog. Rebellen muß endlich aufhören! Je mehr sie militärisch auf verlorenem Posten stehen, desto deutlicher gehen sie zu reinenTerroranschlägen über. Es ist vorbei mit der FSA und den verbündeten Terrorbanden, ob das nun dem Westen gefällt oder nicht.
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