Kriegsbeteiligung Nordkorea wirft Süden "Test für zweiten Korea-Krieg" vor

Das kommunistische Nordkorea hat Südkorea am Sonntag wegen dessen geplanter Unterstützung des US-geführten Krieges im Irak mit kämpfenden Einheiten scharf kritisiert.


Seoul - In einem Kommentar der offiziellen nordkoreanischen Parteizeitung "Rodong Sinmun" wurde der Irak-Krieg als "Test für den zweiten Korea-Krieg" bezeichnet. Südkoreas geplante Entsendung von Soldaten sei "eine kriminelle Handlung, die den US-Aggressionskrieg (gegen Nordkorea) willkommen heißt".

Die Regierung in Seoul hatte beschlossen, bis zu 600 Bautechniker und etwa 100 Ärzte und Sanitäter in den Irak zu schicken. Der Entsendeantrag bedarf noch der Zustimmung des Parlaments. Angesichts der zunehmenden Proteste gegen den Irak-Krieg hatte jedoch das Parlament die Abstimmung darüber in der vergangenen Woche bereits zwei Mal verschoben.

Auch am Sonntag kam es in der Nähe des Parlaments in Seoul wieder zu einer Großkundgebung gegen den Krieg. Mehr als 10.000 Mitglieder von Gewerkschaften protestierten zugleich gegen die geplante Soldaten-Entsendung. In einer Rede rief der Gewerkschaftsführer Lee Nam Sun US-Präsident George W. Bush dazu auf, den Krieg unverzüglich zu stoppen.

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