Kriegsgipfel Bush und Blair wollen Uno in Hilfsmaßnahmen einbinden

Es war das erste Treffen zwischen US-Präsident Bush und Premierminister Blair seit Kriegsbeginn. In Camp David zeigten sich die beiden siegesgewiss - und genehmigten der Uno, dass sie das Hilfsprogramm "Öl für Nahrungsmittel" wieder aufnehmen darf.


Thurmont/USA - Das Programm müsse angesichts der humanitären Bedingungen durch den Krieg umgehend wieder aufleben, sagte George W. Bush nach den Beratungen mit Tony Blair. Man dürfe das Thema aber "nicht politisieren". Beide kündigten an, sie wollten sich um Resolutionen der Vereinten Nationen für die humanitäre Hilfe und eine neue Nachkriegsordnung bemühen.

Blair sprach sich für eine aktive Rolle der Vereinten Nationen bei der Gestaltung der Hilfe für den Irak aus: "Zweifellos müssen die Vereinten Nationen eng in diesen Prozess eingebunden werden." Darin stimme er mit Bush überein, sagte der britische Premier, fügte aber hinzu, es gebe noch sehr viele Einzelheiten zu besprechen. Vor dem Kriegsgipfel hieß es in Washington, dass Bush in weit geringerem Maße als Blair eine Mitwirkung der Vereinten Nationen befürworte.

Rund 60 Prozent der 22 Millionen Iraker sind auf die Nahrungsmittelhilfe des Uno-Programms angewiesen. Seit 1996 fließen die Erlöse aus dem Export einer begrenzten Menge von Rohöl in Nahrungsmittel und Medikamente für die Bevölkerung. Diese Hilfe kam mit Beginn des Krieges jedoch zum Stillstand.

Bush und Blair hatten sich vom Pentagon über den Verlauf der ersten Kriegswoche unterrichten lassen. Die Truppen der Allianz im Irak machten jeden Tag neue Fortschritte, sagte Bush. Blair bekräftigte: "Saddam Hussein und sein verhasstes Regime werden entmachtet." Der Irak werde entwaffnet, und das Volk befreit. "Das ist unsere Entschlossenheit und wir werden erleben, dass es so geschieht."

Wer nach dem Krieg im Irak das Sagen hat, daran ließ US-Außenminister Colin Powell keine Zweifel. Zwar könne die Demokratisierung des Landes international begleitet werden. Letztlich solle die Kontrolle aber in der Hand der Alliierten bleiben, sagte er in Washington vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses.

Er habe bereits mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan über die späteren Aufgaben der Vereinten Nationen im Irak gesprochen. "Sie wollen mit uns zusammenarbeiten und uns helfen", sagte Powell. Die Vereinten Nationen hätten aber bislang nicht den Anspruch erhoben, im Irak eine entscheidende Rolle zu spielen. Powell sagte, er hoffe auf das Verständnis der internationalen Gemeinschaft und sehe die Uno in der Rolle eines "besonderen Koordinators".

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