Kriegspropaganda Irak droht mit 4000 Selbstmordattentätern

Nach dem Selbstmordanschlag von Nadschaf hat die irakische Militärführung mit weiten Anschlägen gegen die Truppen der Alliierten gedroht. Nach Aussagen Bagdads bereiten sich derzeit Tausende "Gotteskrieger" auf ähnliche Aktionen vor.


Kairo - Der irakische Militärsprecher Hasem al Rawi sagte am Sonntag vor der Presse in Bagdad, die zukünftigen Selbstmordkommandos stammten "aus allen arabischen Staaten ohne eine einzige Ausnahme". Weiter sagte er: "Wir sind alle bereit für den Heiligen Krieg. Der Heilige Krieg ist eine Pflicht für jeden Muslim, wenn sein Land angegriffen wird."

Der Vorname des ersten "Märtyrers", der bei Nadschaf vier US-Soldaten mit in den Tod gerissen hatte, sei Ali gewesen – im Irak wird der Name fast ausschließlich von schiitischen Familien gewählt. Nach Ansicht arabischer Beobachter wollte der Militärsprecher damit zeigen, dass sich auch die in der irakischen Führung unterbesetzte schiitische Bevölkerungsmehrheit dem Widerstand gegen die amerikanisch-britischen Truppen angeschlossen habe.

Der Iraker, der sich am Samstag bei Nadschaf in die Luft gesprengt hatte, soll ein Offizier gewesen sein. Er wurde posthum von Saddam Hussein mit Tapferkeitsmedaillen ausgezeichnet. Seine Familie habe vom Regime zur Belohnung eine größere Geldsumme erhalten, hieß es.

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