Kriegsrat in Camp David Bush kündigt Jagd auf Sarkawis Nachfolger an

Die US-Regierung will den Nachfolger des getöteten Qaida-Anführers Abu Mussab al-Sarkawi möglichst rasch stellen. Präsident George W. Bush kündigte an, Abu Hamza al-Muhadschir auf die Liste der meistgesuchten Terroristen zu setzen.


Camp David - "Ich denke, der Nachfolger Sarkawis wird auf unserer Liste derer sein, die wir ihrer gerechten Strafe zuführen werden", sagte Bush. Sarkawis Tod sei einen schweren Rückschlag für die Terroristen, die im Irak mit Gewalt den Aufbau einer neuen Demokratie verhindern wollten. Aus einer gestern im Internet veröffentlichten Erklärung ging hervor, dass al-Qaida den im Westen bislang wenig bekannten Scheich Abu Hamza al-Muhadschir als Nachfolger des vor fünf Tagen getöteten Sarkawis ernannt hat.

Bush (mit Cheney, Rumsfeld und Rice): Kriegsrat in Camp David
AP

Bush (mit Cheney, Rumsfeld und Rice): Kriegsrat in Camp David

Nach der Tötung Sarkawis hatte Bush sein Kriegskabinett zu einer zweitägigen Sondersitzung auf seinem Landsitz Camp David versammelt. Zu diesem Kriegsrat gehören unter anderem sein Stellvertreter Dick Cheney, Außenministerin Condoleezza Rice sowie Verteidigungsminister Donald Rumsfeld.

Die amerikanischen Soldaten müssten vorerst zur Sicherung des Landes im Irak bleiben, kündigte Bush an. Auf die Frage nach einer Truppenreduzierung im Irak sagte der Präsident: "Was immer wir tun werden, wird von der Lage vor Ort abhängen." Einen genauen Zeitplan für den Abzug der mehr als 130.000 US-Soldaten lehnte der Präsident ab.

Als besten Weg, den Aufstand zu besiegen, bezeichnete er eine funktionierende Regierung der nationalen Einheit, die sich selbst verteidigen und den Menschen spürbare Verbesserungen liefern kann.

Für heute ist eine Videokonferenz mit Spitzenvertretern der neuen irakischen Regierung unter Ministerpräsident Nuri al-Maliki geplant. Dabei will Bush dem Vernehmen nach die Regierung in Bagdad vor allem dazu drängen, die Chance nicht verstreichen zu lassen, die durch die Tötung Sarkawis entstanden ist.

Der US-Präsident forderte die Nachbarstaaten des Iraks sowie die internationale Gemeinschaft auf, ihre Hilfszusagen in Höhe von 13 Milliarden Dollar (10,3 Milliarden Euro) einzuhalten. Er verstehe die Besorgnis in einigen Nachbarländern über einen schiitischen Ministerpräsidenten im Irak, sagte Bush. Der Irak werde jedoch ein Beispiel dafür werden, dass Menschen aller Konfessionen friedlich zusammenleben können.

als/AFP/dpa/AP/Reuters



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