Kriegsverbrechen Tribunal fordert 25 Jahre für Plavsic

Eine Haftstrafe von 25 Jahren hat das Uno-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag für die ehemalige Präsidentin der bosnischen Serben, Biljana Plavsic, gefordert. Die Anklage sieht es als erwiesen an, dass sie Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt hat. Außerdem hatte die 72-jährige ein Teilgeständnis abgelegt.

Den Haag - "Ohne das Schuldgeständnis hätten wir eine Inhaftierung für den Rest ihres Lebens gefordert", sagte Chefanklägerin Carla Del Ponte. Da die 72-jährige Plavsic sich jedoch in einem Punkt der Anklage schuldig bekannt habe, fordere sie nun eine Haft zwischen 15 und 25 Jahren.

Die Verteidigung plädierte auf eine Haftstrafe von höchstens acht Jahren. "Keiner, der sie gestern gehört hat, kann auch nur für eine Sekunde glauben, dass sie sich ihrer Verantwortung entziehen will", sagte Plavsics Anwalt Robert Pavich und kritisierte, das von Del Ponte geforderte Strafmaß käme angesichts des Alters der Angeklagten einer lebenslänglichen Haft gleich.

Geständnis im Oktober

Mit den Anträgen schloss das Tribunal seine dreitägige Anhörung zur Festlegung des Strafmaßes für Plavsic ab. Wann das Strafmaß bekannt gegeben wird, ist offen. Plavsic hatte sich im Oktober schuldig bekannt, Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt zu haben. Dieses Bekenntnis wiederholte sie im Rahmen der Anhörung. Nach dem Geständnis hatte das Gericht alle weiteren Anklagepunkte fallen gelassen und Plavsic blieb eine Verhandlung über ihre Taten erspart. Zur Anhörung zum Strafmaß hatte das Tribunal mehrere Zeugen geladen, darunter die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright.

Während des Bosnien-Krieges war Plavsic die Stellvertreterin des Serbenanführers Radovan Karadzic, einem der meistgesuchten Männer nach den Balkankriegen. 1996 übernahm sie seinen Posten und wurde Präsidentin der Republik Serbien.

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