Kriegsvorbereitungen USA verlegen militärische Stabsstellen nach Kuweit

Nach dem Votum des US-Kongresses für einen möglichen Irak-Krieg haben die USA ihre Vorbereitungen für einen Militäreinsatz ausgeweitet. Wie bekannt wurde, werden die Stabsstellen wichtiger Kampftruppen nach Kuweit verlegt.


Déjà Vu: US-Marines während des Golfkriegs
AP

Déjà Vu: US-Marines während des Golfkriegs

Washington/Bagdad - Von der Truppenverlegung betroffen sind der Stab des fünften Armeekorps, das sein Hauptquartier in Heidelberg hat, und die ersten Expeditionsstreitkräfte der Marineinfanterie mit Sitz in Pendleton (Kalifornien). Dies verlautete aus Kreisen, die mit den Planungen vertraut sind. Schon jetzt sind mehrere tausend US-Soldaten sind in Kuweit stationiert.

Das fünfte Korps ist das einzige der US-Armee, dass sein Hauptquartier nicht in den USA hat. Seine Kampftruppen sind besonders für den Einsatz in Europa und dem Nahen Osten ausgebildet worden. Das fünfte Korps verfügt über 41.000 Soldaten. Der Führungsstab des US-Kommandos Mitte, das normalerweise sein Hauptquartier in Tampa in Florida hat und insgesamt für den Krieg gegen Irak zuständig wäre, soll im kommenden Monat auf einen Flugplatz in Katar verlegt werden.

USA impfen Soldaten in großem Stil

Das US-Verteidigungsministerium will vor einem möglichen Irak-Einsatz bis zu einer halben Million Soldaten gegen Pocken impfen lassen. Wie die Zeitung "New York Times" in ihrer Samstagsausgabe weiter berichtete, wurden die Impfungen von führenden Berater des Pentagons empfohlen.

Der stellvertretende irakische Ministerpräsident Tarik Asis erklärte am Samstag: "Amerika fordert uns heraus - wir sind nicht diejenigen, die Amerika herausfordern." Irak sei bereit, sich zu verteidigen. Der US-Kongress hatte Präsident George W. Bush am Freitag freie Hand gegeben, auch militärisch gegen den irakischen Staatschef Saddam Hussein vorzugehen.

Hickhack um Palastkontrollen

Nach den Worten von Vizepräsident Taha Jassin Ramadan will Irak die Inspektoren offenbar auch die so genannten Palastanlagen von Staatschef Saddam Hussein kontrollieren lassen. "Von uns aus mögen die Inspektoren suchen und inspizieren, wie und wo immer sie möchten", sagte Ramadan dem SPIEGEL Der für die Zusammenarbeit mit den Waffeninspekteuren zuständige irakische General Hussan Mohammed Amin sagte, Bagdad behalte sich das Recht vor, die Kontrollen wieder abzubrechen, falls Absprachen nicht eingehalten würden.

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