Nachrichtenüberblick Was auf der Krim passiert

Soldaten kontrollieren Flughäfen auf der Krim und das Zentrum der Hauptstadt Simferopol. Die Ukraine versetzt ihre Streitkräfte in Kampfbereitschaft. Der Westen betreibt Telefon-Diplomatie: die Ereignisse der vergangenen Stunden im Überblick


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  • Die Lage auf der Krim:
  • Soldaten in Kampfanzügen ohne Abzeichen kontrollieren inzwischen mehrere Flughäfen sowie das Zentrum der Krim-Hauptstadt Simferopol. Russische Einheiten sollen am Sonntag zwei Militärbasen auf der Krim umstellt haben. Berichten zufolge sollen etwa tausend Soldaten in Perewalne nahe Sewastopol die dort stationierten ukrainischen Soldaten am Verlassen der Anlage gehindert haben, die Ukrainer sollen sich geweigert haben, die Basis aufzugeben.

    In der Kurstadt Feodossia sollen sich ukrainische Marinesoldaten verschanzt haben. Augenzeugenberichten zufolge war die Basis von russischen Streitkräften umstellt, die die etwa 400 dort stationierten Marinesoldaten überreden wollten, ihre Waffen niederzulegen.

    Am Montagmorgen wurde die Drohkulisse des russischen Militärs offenbar konkreter: An der Küste nahe der Halbinsel Krim wurden gepanzerte Fahrzeuge gesichtet. Das berichten ukrainische Grenztruppen. Die Fahrzeuge bezögen Stellung bei einem Fährhafen auf der russischen Seite eines nur wenige Kilometer breiten Kanals, der die Krim von Russland trennt.

    Auch auf See werden Manöver eingeleitet: Russische Schiffe hätten mit Militärübungen im Schwarzen Meer begonnen, meldet ein Sprecher der ukrainischen Truppen.

    Der erst kürzlich ernannte Befehlshaber der ukrainischen Marine, Denis Beresowski, schloss sich am Sonntagabend den prorussischen Kräften auf der Krim an. Die Übergangsregierung hat ein Verfahren wegen Hochverrats gegen ihn eingeleitet.

    Noch am Nachmittag hatte die Übergangsregierung mitgeteilt, die ukrainische Marine und ihre zehn Kriegsschiffe stünden loyal zu Kiew.

    Die Krim soll nach Vorstellung der neuen prorussischen Führung künftig als eigener Staat existieren. Das teilte Krim-Parlamentschef Wladimir Konstantinow mit. In mehreren Städten der Schwarzmeer-Halbinsel demonstrierten Menschen gegen die Regierung in Kiew. Der Luftraum über der Krim war am Sonntag zeitweilig gesperrt.

    Die Krim-Regierung hatte Russland um Schutz vor gewaltbereiten ukrainischen Nationalisten und Extremisten angerufen, das russische Parlament hatte am Samstag einen Militäreinsatz in dem Nachbarland gebilligt.

    • Die Reaktion der Ukraine:

    Der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow, noch keine Woche im Amt, hat am Sonntag eine eindringliche Rede gehalten: "Wir stehen kurz vor einer Katastrophe", sagt er und drängte Russlands Präsident Putin, die Truppen abzuziehen. Vom Westen fordert Turtschinow "wirkliche Schritte", um dem Land zu helfen.

    Als Reaktion auf den russischen Parlamentsbeschluss versetzte die Ukraine ihre Streitkräfte in volle Kampfbereitschaft, am Sonntag rief sie ihre Reservisten ein. Es handele sich bei der Anordnung aber nicht um eine Generalmobilmachung, die Übergangsregierung versuche, alle nötigen Maßnahmen zur Wahrung von Ruhe und Ordnung zu ergreifen.

    Auf dem Maidan im Zentrum der Hauptstadt versammelten sich am Sonntag 50.000 prowestliche Demonstranten und skandierten: "Wir werden uns nicht ergeben!"

    • Die Telefon-Diplomatie des Westens:
    Kanzlerin Angela Merkel warf Präsident Putin in einem Telefonat am Sonntagabend vor, mit der "unakzeptablen russischen Intervention auf der Krim gegen das Völkerrecht verstoßen zu haben". Nach Darstellung der Bundesregierung akzeptierte Putin den Vorschlag Merkels, umgehend eine sogenannte Fact-finding-Mission zur Untersuchung der Lage in der Ukraine zu starten. Außerdem solle eine Kontaktgruppe gebildet werden - möglicherweise unter Leitung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) -, um einen politischen Dialog zu beginnen.

    Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon schickt seinen Stellvertreter Jan Eliasson unverzüglich in die Ukraine. Er werde sich persönlich ein Bild von der Lage machen und dem Uno-Generalsekretär Vorschläge unterbreiten, mit welchen Maßnahmen die Vereinten Nationen zu einer Entspannung der Situation beitragen könnten. US-Außenminister John Kerry wird am Dienstag in Kiew erwartet.

    insgesamt 2 Beiträge
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    Thorkh@n 03.03.2014
    1. Ein Frosch, ...
    ... den man in heißes Wasser setzt, wird sofort wieder heraus springen. Ein Frosch im kalten Wasser, das dann langsam erwärmt wird, bleibt hingegen solange sitzen, bis er gar ist.
    urdemokrat 03.03.2014
    2. Bis heute
    war ich der Meinung, die schon vor der Krimkrise im Westen mit Vorurteilen gegenüber Russland befrachtete Meinung für übertrieben zu halten. Nun muss ich wohl meine Ansichten ändern.
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