Krim-Krise Hacker attackieren ukrainische Behörden

Der Konflikt um die Krim verschärft sich. Prorussische Kämpfer verminen angeblich den Übergang zur südlichen Ukraine, Hacker sollen Computer ukrainischer Behörden attackiert haben. Der Westen droht Russland nun mit neuen Sanktionen.


Kiew/Moskau/Paris- In der Ukraine bleibt die Lage angespannt. Hacker haben erneut die Computersysteme von Behörden attackiert, wie der ukrainische Sicherheits- und Verteidigungsrat am Samstag mitteilte. Die Behörde sei selbst Opfer eines Cyber-Angriffs geworden, außerdem soll die nationale Nachrichtenagentur Ukrinform betroffen sein.

Bereits in der vergangenen Woche hatten laut ukrainischen Behörden Unbekannte von der russisch kontrollierten Krim aus Telekommunikationssysteme in der Ukraine angegriffen, um auf Handys von Parlamentariern in Kiew zuzugreifen.

Auch die militärische Lage auf der Krim ist weiterhin angespannt. Prorussische Kräfte versperren offenbar den Übergang zwischen der Halbinsel und der restlichen Ukraine mit Minen. Das berichtete laut dpa die russische Zeitung "Nowaja Gaseta". Über die schmale Landzunge hatten Militärbeobachter der OSZE in den vergangenen Tagen mehrfach versucht, auf die Krim zu gelangen - zuletzt wurden sie am Samstag von bewaffneten Männern mit Warnschüssen gestoppt.

Fotostrecke

14  Bilder
Krim-Krise: Die Ereignisse vom Samstag im Bild
Das militärische Ungleichgewicht auf der von russischen Soldaten kontrollierten Krim verschiebt sich weiter zugunsten Moskaus. Laut Nachrichtenagentur Reuters ist mittlerweile jedes dritte Kriegschiff der ukrainischen Marine bewegungsunfähig, nachdem russische Einheiten die einzige Verbindung zwischen deren Ankerplätzen und dem Schwarzen Meer versperrt haben - zwei alte Kähne sollen dort versenkt worden sein. Die ukrainische Marine verfügt über insgesamt zwei Dutzend Schiffe.

Reuters meldete am Samstagabend zudem, dass ukrainische Grenztruppen von Angriffen auf eigene Militärflieger berichtet hätten. Demnach soll ein Überwachungsflugzeug bei einer Patrouille an der Grenze zur Krim beschossen worden sei. Es sei jedoch niemand verletzt worden.

Verstärkter diplomatischer Druck auf Putin

Zu einem schweren Zwischenfall war es bereits am Freitagabend bei Sewastopol gekommen. Dort hatte eine Gruppe von etwa 20 Bewaffneten sich offenbar mit einem Lastwagen Zugang zu dem Areal nahe der Hafenstadt Sewastopol verschafft, wie die Behörden in Kiew laut der Agentur Interfax mitteilten. Verletzt wurde dabei offenbar niemand.

Nachdem immer mehr auf eine Abspaltung der Krim von der Ukraine hindeutet, haben am Samstag westliche Regierungschefs erneut den diplomatischen Druck auf Russlands Präsident Wladimir Putin erhöht. Frankreichs Staatspräsident François Hollande und sein Amtskollege Barack Obama haben neue Sanktionen gegen Russland angekündigt, sollte es in der Ukraine-Krise keine Fortschritte geben. Andernfalls drohten Maßnahmen, die die "Beziehungen zwischen der internationalen Gemeinschaft und Russland spürbar treffen", hieß es.

Die prorussische Regionalregierung auf der Krim hatte am Donnerstag Russlands Präsident Putin um Aufnahme in die russische Föderation gebeten. Für den 16. März wurde ein Referendum angesetzt, das westliche Staaten jedoch für unrechtmäßig halten.

Wie das Weiße Haus mitteilte, telefonierte Obama auch mit Kanzlerin Angela Merkel, dem britischen Premier David Cameron und dem italienischen Regierungschef Matteo Renzi über die Lage in der Ukraine. In einer Telefonkonferenz sicherte der US-Präsident außerdem den drei baltischen Staatschefs Dalia Grybauskaite aus Litauen, Andris Berzins aus Lettland und Toomas Hendrik aus Estland die "nachhaltige Unterstützung" der Nato in der Krise zu.

mxw/Reuters/dpa/AFP

insgesamt 105 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
skynet77 08.03.2014
1.
Es wird immer schlimmer mit SPON.Die wissen doch garnicht mehr,was sie da noch schreiben.Hauptsache eine schnelle Veröffentlichung..Zitat von SPON"US-Präsident François Hollande und sein Amtskollege Barack Obama"Zitat Ende
Bonneville78 08.03.2014
2. Falschmeldung
Es stehen keine Illegalen russischen Truppen in der Ukraine. Das haben Präsident und Außenminister nun aber schon mehrfach erklärt. Die auf der Krim agierenden Kräfte tragen keine Rang- oder Hoheitsabzeichen. Es könnte sich z.B. um Angestellte der Firma Blackwater handeln. Die tragen auch keine Abzeichen, sehen sonst aber wie "richtige" Soldaten aus. Woher der Autor weis, dass es "prorussische" Kräfte sind, soll er mal erklären. Haben diese Bewaffneten irgendwelche Erklärungen abgegeben?
realoheute 08.03.2014
3. NSA Nachahmer!!
Von der USA lernen ,aber die Richtung verwechseln.Das geht natürlich nicht.
IsaDellaBaviera 08.03.2014
4. Minen sind okay. Wenn sie das steinzeitliche Russland von der zivilisierten Welt
Zitat von sysopDPADer Konflikt um die Krim verschärft sich. Prorussische Kämpfer verminen angeblich den Übergang zur südlichen Ukraine, Hacker sollen Computer ukrainischer Behörden attackiert haben. Der Westen droht Russland nun mit neuen Sanktionen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/krim-krise-hacker-attackieren-ukrainische-behoerden-a-957671.html
trennen, jedenfalls.
Luna-lucia 08.03.2014
5. naja, aber die NSA könnte
Zitat von realoheuteVon der USA lernen ,aber die Richtung verwechseln.Das geht natürlich nicht.
doch mal zeigen, wozu sie gut ist - und nicht nur Milliarden teuer! Warum stören die nicht die ganze Krim nachhaltig? So schwer kann das doch nicht sein - oder? Wenn die schon (fast) alles abhören können, dann sind sie doch auch "drin". Und wenn man schon mal "drin" ist, kann man "drin" doch auch was "verdrehen" oder?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.