Krim-Krise OECD stoppt Beitrittsverhandlungen mit Russland

Russland wird vorerst nicht Mitglied der OECD. Die Organisation westlicher Industriestaaten hat die Verhandlungen als Reaktion auf die Krim-Krise abgebrochen.
Prorussischer Soldat auf der Krim: Konflikt mit Ukraine verhindert OECD-Mitgliedschaft

Prorussischer Soldat auf der Krim: Konflikt mit Ukraine verhindert OECD-Mitgliedschaft

Foto: DAVID MDZINARISHVILI/ REUTERS

Paris - Moskau und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) werden nicht weiter über einen Beitritt Russlands verhandeln. Der OECD-Rat sei damit einem Antrag der 34 Mitgliedstaaten gefolgt, teilte die Organisation in Paris mit. Die bereits bestehende Zusammenarbeit mit der Ukraine solle verstärkt werden. Ziel sei es, dem Land bei der Bewältigung der politischen Herausforderungen zu helfen.

Der Schritt ist eine Reaktion auf die Krim-Krise. Nach dem Aufmarsch Tausender Soldaten auf der ukrainischen Halbinsel und der Präsenz prorussischer Milizen vor ukrainischen Kasernen steht die Krim faktisch unter Moskaus Kontrolle.

Die Regierung in Kiew wirft Moskau eine "bewaffnete Invasion" vor. Die Bevölkerung soll am Sonntag über einen Beitritt zu Russland entscheiden. Die Europäische Union und die USA drohen Moskau mit Sanktionen, sollte der Kreml nicht einlenken.

Die 1961 gegründete OECD vereint Länder, die sich zu Demokratie und Marktwirtschaft bekennen. Insgesamt gehören der OECD 34 Staaten an, die meisten davon Industrieländer. Mittlerweile sind aber auch Schwellenländer wie Mexiko und Chile beigetreten. Die OECD ist die bedeutendste Vereinigung zur Koordinierung von Wirtschafts-, Handels- und Entwicklungspolitik. Die Experten der Organisation erarbeiten beispielsweise regelmäßig Konjunkturprognosen und sind für den weltweit größten Schulleistungstest Pisa verantwortlich.

Russland kooperiert seit 1992 mit der OECD und beantragte vier Jahre später eine Aufnahme in die Organisation. Seit 2007 laufen die Beitrittsverhandlungen.

kgp/Reuters/dpa/AFP
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