Krimkrise Russland gibt drei ukrainische Militärschiffe zurück

Vor einem Jahr hatte die russische Marine drei ukrainische Schiffe und 24 Soldaten vor der Küste der Halbinsel Krim festgesetzt. Die Seeleute sind frei, nun übergab Russland auch zwei Kanonenboote und ein Frachtschiff.

Moment des russischen Angriffs im November 2018: Die damals festgesetzten Schiffe und ihre Besatzung sind wieder frei
AP/Russias Federal Security Services/ DPA

Moment des russischen Angriffs im November 2018: Die damals festgesetzten Schiffe und ihre Besatzung sind wieder frei


Russland hat drei in der Meerenge von Kertsch beschlagnahmte ukrainische Militärschiffe zurückgegeben. Am Montagvormittag bestätigten ukrainische Behörden eine entsprechende Meldung des russischen Außenministeriums.

Die Boote waren vor einem Jahr in der Meerenge zwischen Russland und der Halbinsel Krim festgesetzt worden. Es hatte sich um ein Transportschiff und zwei Kanonenboote gehandelt. Der Zwischenfall galt als Eskalation in der Krimkrise. Russland hatte die zur Ukraine gehörende Halbinsel Krim 2014 annektiert.

Vor der Rückgabe der Schiffe hatten russische Quellen gemeldet, dass Moskau entschieden hätte, die Boote an die Ukraine zu übergeben. Die 24 Marinesoldaten, die bei dem Vorfall an Bord der drei Schiffe waren und in Untersuchungshaft kamen, waren zunächst wegen illegalem Grenzübertritt angeklagt worden. Im September kamen sie jedoch im Rahmen eines Gefangenenaustauschs zwischen Russland und der Ukraine frei.

Unterdessen kündigte der Kreml laut der Nachrichtenagentur Reuters an, dass ein geplanter Gipfel zum Ukrainekonflikt, an dem neben Vertretern der beiden Konfliktparteien auch Deutschland und Frankreich teilnehmen sollen, noch in diesem Jahr stattfinden soll. Frankreich hatte am Freitag angekündigt, dass der sogenannte Normandie-Gipfel am 9. Dezember in Paris stattfinden solle, Moskau hatte das allerdings nicht bestätigt.

Russland dämpfte allerdings bereits die Erwartungen an den Gipfel. "Lassen Sie uns die Erwartungen nicht zu hoch stecken, um am Ende nicht enttäuscht zu sein", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag. Zugleich sollten die Hoffnungen nicht zu gering sein, dass die Vorbereitungen am Ende Ergebnisse bringen, meinte er. Präsident Wladimir Putin werde zur Vorbereitung des Pariser Treffens noch ein telefonisches Gespräch führen.

Im so bezeichneten Normandie-Format setzen sich die Präsidenten Frankreichs, Russlands und der Ukraine sowie Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für die Realisierung des Friedensplans zum Krieg im Donbass ein.

In den Regionen Luhansk und Donezk kämpfen seit mehr als fünf Jahren ukrainische Regierungstruppen und von Russland unterstützte Separatisten gegeneinander. Rund 13.000 Menschen sind nach Uno-Schätzungen in dem Krieg ums Leben gekommen.

cht/AP/Reuters

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sevenharper 18.11.2019
1.
Diese Boote waren schlicht und einfach von den Russen geraubt. Der Spiegel schreibt: "In den Regionen Luhansk und Donezk kämpfen seit mehr als fünf Jahren ukrainische Regierungstruppen und von Russland unterstützte Separatisten gegeneinander." Es sind keine von Russland unterstützte Separatisten, sondern die ganze Aktion wird von Anfang bis Heute von Russland geführt.
barzussek 18.11.2019
2. Der Westen hat hier auch Dreck am Stecken
Die Ukraine aus dem Einfluss Russland raus zu brechen war der Anlass für diese Krise Es hat in der Ukraine rund 13 000 Menschen das Leben gekostet aber Menschenleben zählen bei Machtpolitikern nicht Diese Politiker schwadronieren von Menschenrechten von Völkerrecht aber es ist ihnen scheißegal wenn Menschen dabei krepieren Auch die Kanzlerin und Bundesrepublik hat hier Blut an den Händen sie hat sich dort eingemischt und ein gewisser Brock als Kanzlerin Berater trieb dort sein Unwesen. Russland gehört ja nach USA Auffassung zum Reich des Bösen weil es nach dem Zerfall der UdSSR noch nicht so viel Menschen ermorden ließ wie die USA etwa im Irak also musste man ihm die Chance eröffnen auch Krieg zu führen
Wolfgang Heubach 18.11.2019
3. Zeichen der Hoffnung
Auch dies wieder ein Schritt, der im Interesse der Menschen hoffnungsvoll ist. Ich war und bin der Meinung, daß die Russische Föderation und die Ukraine in direkten Gesprächen, wie sie seit kurzem die Präsidenten Putin und Selenskji pflegen, von Nutzen sind. Das geht nur schrittweise. Bei Selenskjis Vorgänger Poroschenko war genau das Gegenteil der Fall. Auch das so genannte "Normandie-Format" hat bislang nichts gebracht. Poroschenko hat es hintertrieben und Merkel hat nichts erreicht, weil sie nach meiner Meinung eindeutig Poroschenko politisch alimentiert hat. Selenskji macht es viel besser. Und es klappt. Auch ohne Merkel. Oder gerade deswegen?
wahrheitsfan 18.11.2019
4. @sevenharper
"Es sind keine von Russland unterstützte Separatisten, sondern die ganze Aktion wird von Anfang bis Heute von Russland geführt." Auch wenn Sie diese Lüge penetrant immer wieder wiederholen, wird aus dieser dreisten Lüge der russophoben ukrainischen Poroschenko-Fraktion keine Wahrheit. Und jeder der die Ereignisse in 2014 live im (Qualitäts-)Fernsehen mit verfolgt hat, weiß das diese heute gerne verbreitete Behauptung eine Lüge ist. Niemand bezweifelt, dass Russland die Separatisten massiv unterstützt, nachdem Poroschenko der russischstämmigen Bevölkerungsgruppe in der Ost-Ukraine den (ATO) Krieg erklärt hat ... aber der Ursprung des Aufstandes in der Ost-Ukraine war ein Gegen-Maidan gegen den Umsturz in Kiew, mit letztlich den gleichen Mittel wie beim Maidan nur mit entgegengesetzter Ausrichtung. Letztlich ist aber all das Vergangenheit und z.Z. gibt es berechtigte Hoffnungen auf eine Beendigung dieses Konflikts ... und das ist gut so!
sevenharper 18.11.2019
5.
Zitat von wahrheitsfan"Es sind keine von Russland unterstützte Separatisten, sondern die ganze Aktion wird von Anfang bis Heute von Russland geführt." Auch wenn Sie diese Lüge penetrant immer wieder wiederholen, wird aus dieser dreisten Lüge der russophoben ukrainischen Poroschenko-Fraktion keine Wahrheit. Und jeder der die Ereignisse in 2014 live im (Qualitäts-)Fernsehen mit verfolgt hat, weiß das diese heute gerne verbreitete Behauptung eine Lüge ist. Niemand bezweifelt, dass Russland die Separatisten massiv unterstützt, nachdem Poroschenko der russischstämmigen Bevölkerungsgruppe in der Ost-Ukraine den (ATO) Krieg erklärt hat ... aber der Ursprung des Aufstandes in der Ost-Ukraine war ein Gegen-Maidan gegen den Umsturz in Kiew, mit letztlich den gleichen Mittel wie beim Maidan nur mit entgegengesetzter Ausrichtung. Letztlich ist aber all das Vergangenheit und z.Z. gibt es berechtigte Hoffnungen auf eine Beendigung dieses Konflikts ... und das ist gut so!
Penetrant wiederholen!? Hab' ich zum ersten mal geschrieben. Nur ein Beispiel. Erinnern Sie sich an die russischen Soldaten die gefilmt wurden in der Ukraine, samt ihrer Ausrüstung. Nein!? Oder ist Ihre Meinung so wie bei Putin damals: die Jungs sind einfach in Urlaub gefahren. Und es ist keine Lüge das die Russen (konkret Putin) alles unter ihrer Führung haben, egal was Poroschenko und Co. für Menschen/Politiker sind. Die gleiche masche wurde auch auf der Krim durchgezogen, nur da gab's eben keinen Wiederstand. 2014 ist ehrlich gesagt schon ein bischen in die Ferne gerückt um mich an alles und jedem zu erinnern, insbesondere an die Ereignisse die von mir sehr weit enfernt sind. Oder ich habe es einfach nicht im (Qualitäts-)Fernsehen geschaut. Da wo man die ganze Wahrheit und nichts ausser Wahrheit erfahren kann, wie zum Beispiel auf RT? m f g
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