Interneteintrag zur Krim Wie Putins Außenminister die Bundesregierung düpierte

Auf der von Moskau annektierten Halbinsel Krim leben viele Russen - das erwähnte die Bundesregierung in einem Beitrag auf ihrer Homepage jedoch nicht. Grund genug für Putins Außenminister Lawrow, sich in Berlin zu beschweren. Mit Erfolg.
Russlands Außenminister Lawrow: Kleiner Erfolg

Russlands Außenminister Lawrow: Kleiner Erfolg

Foto: Sergei Chirikov/ dpa

Moskau/Berlin - Die Bundesregierung hat nach Kritik des russischen Außenministers Sergej Lawrow einen Interneteintrag über die Schwarzmeerhalbinsel Krim  geändert. Ein Regierungssprecher bestätigte SPIEGEL ONLINE, dass im Infokasten unter einem Artikel "Russen nicht explizit als Bewohner der Schwarzmeerhalbinsel genannt wurden". Dies war demnach "ein redaktioneller Fehler, den wir bedauern".

Lawrow hatte zuvor beanstandet, dass auf der Homepage des Kabinetts   zwar Tataren und Deutschen als Bewohner der Krim genannt werden, nicht aber Russen. "Wir werden eine Anfrage an die Kollegen in Berlin richten", hatte Lawrow am Dienstag angekündigt.

Ein kleiner Triumph für Lawrow?

Inzwischen werden unter dem fraglichen Artikel auch Russen als Bewohner der Halbinsel aufgezählt. Das Wort sei nach Lawrows Kritik eingefügt worden, sagte eine Sprecherin des russischen Außenministeriums dem Radiosender Echo Moskwy .

Von den etwa zwei Millionen Einwohnern auf der von Moskau annektierten Krim sind knapp 60 Prozent Russen und 25 Prozent Ukrainer. Zudem siedelten sich dort nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine Viertelmillion Krim-Tataren an, nachdem ein Großteil dieser Bevölkerungsgruppe unter dem Sowjetdiktator Josef Stalin deportiert worden war.

Russland hatte die Krim im März nach einem umstrittenen Referendum annektiert. Der Westen kritisiert dies als Bruch des Völkerrechts, die Regierung in Kiew betrachtet die Region weiter als ihr Staatsgebiet. Nach der russischen Annexion der Krim weitete sich der Ukraine-Konflikt auch auf den Osten des Landes aus, wo seit Mitte April mehr als 4300 Menschen bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Separatisten ums Leben kamen.

mxw/dpa
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