Krise am Persischen Golf Arabische Staaten verurteilen "Sabotage-Einsätze" gegen Handelsschiffe

Nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate sind vier Schiffe im Persischen Golf Ziel von Angriffen geworden. Führende arabische Staaten verurteilen die Aktion: Sie verschärfe die Spannungen in der Region.
Die USA schickten nun auch die "USS Arlington" in den Nahen Osten, um nach eigenen Angaben auf Drohungen aus Iran reagieren zu können

Die USA schickten nun auch die "USS Arlington" in den Nahen Osten, um nach eigenen Angaben auf Drohungen aus Iran reagieren zu können

Foto: Brandon Parker/US Navy/ DPA

Führende arabische Staaten haben von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) gemeldete Sabotageakte gegen zivile Handelsschiffe kritisiert. Es handle sich um "Sabotage-Einsätze", die Spannungen und Konflikte in der Region verschärfen würden, erklärte der Generalsekretär des Golfkooperationsrats, Abdul Latif Al-Sajani, in der Nacht zum Montag.

Ägypten kritisierte "alle Handlungen, die der nationalen Sicherheit der VAE schaden würden". Das Außenministerium in Kairo versicherte den Vereinigten Arabischen Emiraten die Solidarität der ägyptischen Regierung. Sie werde dem Land bei allen Herausforderungen beistehen, mit denen die VAE es vielleicht zu tun bekämen.

"Eine gefährliche Entwicklung"

Die genauen Hintergründe sind unklar. Nach Angaben des Außenministeriums der Vereinigten Arabischen Emirate ereigneten sich die Angriffe auf die vier kommerziellen Handelsschiffe aus verschiedenen Ländern am Sonntagmorgen vor der Küste des Golfstaats in der Nähe seiner Gewässer. "Handelsschiffe zu sabotieren und das Leben der Crews zu bedrohen ist eine gefährliche Entwicklung", hieß es in der Mitteilung des Außenministeriums, das die staatliche Nachrichtenagentur Wam verbreitet hatte.

Einzelheiten zu den Zwischenfällen in der Nähe des Emirats Fudschaira wurden nicht genannt. Bei den "staatsfeindlichen Operationen" in der Nähe des Hoheitsgebietes des Landes habe es aber keine Opfer gegeben, teilte das Ministerium mit. Auch seien weder Schadstoffe noch Treibstoff ausgetreten.

Die VAE zählen zu mehreren Staaten auf der Arabischen Halbinsel, die dem Golfkooperationsrat angehören. Auch Saudi-Arabien ist Mitglied der Organisation. Das Königreich ist Verbündeter der USA und Erzrivale Irans, mit dem es um Einfluss in der Region ringt.

In der Region nehmen die Spannungen zwischen dem Golf-Anrainer Iran und den USA derzeit massiv zu . Das Pentagon verlegte zuletzt den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und eine Bomberstaffel Richtung Iran und begründete dies damit, dass es Hinweise auf Angriffe aus Iran gebe. Teheran antwortet seinerseits mit militärischen Drohungen.

Am Freitag kündigte Washington auch die Verlegung der "USS Arlington" und eines Patriot-Systems in die Region an. Wie auch im Fall des Flugzeugträgers war die Verlegung der "USS Arlington" schon länger geplant, wurde nun aber beschleunigt.

Außenminister beraten am Montag über Iran

Die Außenminister der EU-Staaten wollen an diesem Montag über die immer komplizierter werdenden Rettungsbemühungen für das Atomabkommen mit Iran beraten. Konkret geht es dabei vor allem darum, trotz amerikanischer Sanktionsdrohungen Handelsbeziehungen mit Iran aufrechtzuerhalten.

Wegen US-Sanktionsdrohungen machten zuletzt kaum noch ausländische Unternehmen mit Iran Geschäfte. Das Land drohte daraufhin in der vergangenen Woche, nach Ablauf einer 60-Tages-Frist den Ausstieg aus dem 2015 geschlossenen Atomabkommen einzuleiten.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben das iranische Ultimatum zwar gemeinsam mit der EU als nicht akzeptabel zurückgewiesen. Zugleich machten sie aber noch einmal deutlich, dass sie entschlossen sind, den legitimen Handel mit Iran aufrechtzuerhalten, um das Abkommen zu retten.

aar/Reuters/dpa
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