Euro-Krise Nur jeder dritte Grieche unterstützt eigene Regierung
Demonstration in Athen: Wut auf Regierungsparteien
Foto: YORGOS KARAHALIS/ REUTERSAthen - Griechenlands Regierung hat stark an Rückhalt bei den eigenen Bürgern verloren. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pulse hervor. Zusammen kommen die drei Regierungsparteien Nea Dimokratia (ND), die sozialistische Pasok und die demokratische Linke demnach auf 28,5 Prozent.
Nicht einmal jeder dritte Befragte würde noch einmal genauso abstimmen wie bei der Parlamentswahl vor einem knappen halben Jahr. Damals wurde die Regierung noch von der Hälfte aller Wähler unterstützt. Die Griechen strafen damit den Sparkurs ihrer Regierung ab.
Die konservative Nea Dimokratia fiel als größter Koalitionspartner mit 19 Prozent erstmals seit den Wahlen unter die 20-Prozent-Marke. Die sozialistische Pasok verlor fast die Hälfte ihrer Stimmen und kommt auf sechs Prozent. Die demokratische Linke kam auf 3,5 Prozent - und übersprang damit nur knapp die Drei-Prozent-Hürde des griechischen Parlaments.
Gewinner ist die Opposition: Die vier im Parlament vertretenen Oppositionsparteien Syriza, Chrysi Avgi ("Goldene Morgenröte"), Anel ("Unabhängige Griechen") und die Kommunisten haben ihren Stimmenanteil auf 52,5 Prozent gesteigert.
Die radikale Linke Syriza holte 23,5 Prozent der Stimmen und überflügelt damit die Nea Dimokratia. Die rechtsextreme Chrysi Avgi konnte ihren Stimmenanteil seit den Wahlen mit aktuell 13,5 Prozent fast verdoppeln. Alle Oppositionsparteien profilieren sich als entschiedene Spargegner.
Am Montag beraten die Euro-Finanzminister und der Internationale Währungsfonds (IWF) über die nächsten Hilfskredite und einen möglichen Schuldenschnitt für Griechenland.