Krise in Thailand Demonstranten legen Brandserie in Bangkok

Bei Unruhen in einem Tempel starben neun Menschen, Regierungsgegner legten Dutzende Brände: Die thailändische Hauptstadt Bangkok wird von neuen Unruhen erschüttert, Militärs und Oppositionelle liefern sich Schusswechsel. Inzwischen flammten Krawalle auch im Norden des Landes auf.
Krise in Thailand: Demonstranten legen Brandserie in Bangkok

Krise in Thailand: Demonstranten legen Brandserie in Bangkok

Foto: Wally Santana/ AP

Bangkok

Bangkok - Der Vormarsch der Armee in hat die Unruhen nicht beendet. Nach der Militäroffensive legten randalierende Demonstranten am Donnerstag mindestens 35 Brände. Nach Angaben der Polizei stürzten Teile eines großen 18-stöckigen Kaufhauses ein. Bei dem Sturm des Militärs, das mit Panzern und Bulldozern am Mittwoch Barrikaden einriss und auf Demonstranten schoss, die Widerstand leisteten, kamen nach Angaben vom Donnerstag 16 Menschen ums Leben, 88 wurden verletzt.

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Einzelne Schießereien gingen am Donnerstag weiter. In der Nähe des Protestgeländes im Ratchaprasong-Geschäftsviertel wurden noch mehrere hundert Rothemden vermutet. "Wir müssen noch einige Stunden abwarten", sagte ein Mitarbeiter des Premierministers im Fernsehen. sei aber nicht unregierbar geworden, betonte er. Die thailändische Regierung verhängte für die nächsten drei Nächte erneut eine Ausgangssperre.

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, Schüsse seien nahe einem Tempel in dem ehemals besetzten Geschäftsviertel zu hören gewesen, in dem zuvor neun Tote entdeckt worden waren. In dem Gebäude sollen sich rund 2000 Menschen befinden. Sechs der Toten lagen demnach im Garten des Tempels und wurden von Mönchen bewacht. Zeitweise sei Panik ausgebrochen, als sich Soldaten auf den erhöhten Schienen der Stadtbahn in der Nähe postierten.

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Angriff der thailändischen Armee: Offensive gegen Rothemden

Foto: Manish Swarup/ AP

Die Armee hatte das von den Rothemden seit Wochen besetzte Geschäftsviertel am Mittwochmorgen gestürmt. Zahlreiche Menschen, unter ihnen Frauen und Kinder, flüchteten sich in Tempel, die als sichere Zone galten. Die Führung der Rothemden gab ihren Protest zwar auf, allerdings setzten wütende Anhänger den Kampf gegen die Sicherheitskräfte auf eigene Faust fort. Die nächtliche Ausgangssperre von 8.00 bis 6.00 Uhr Ortszeit war am Morgen aufgehoben worden. Die Regierung kündigte nach einem Treffen unter der Leitung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva jedoch an, sie werde diese für Bangkok und 23 weitere Provinzen in den nächsten drei Nächten zwischen 9.00 Uhr abends und 5.00 Uhr morgens Ortszeit verlängern. Damit solle die Sicherheit wiederhergestellt werden, sagte ein Sprecher der Sicherheitskräfte.

Inzwischen haben die Krawalle auch den Norden des Landes erreicht. Nach Angaben des Innenministeriums wurden vier Rathäuser in verschiedenen Kommunen angezündet. Es gab beträchtlichen Sachschaden.

Seit dem Beginn der Proteste Mitte März kamen mindestens 75 Menschen auf Thailands Straßen ums Leben, darunter zwei ausländische Journalisten. Mehr als 1800 Menschen wurden verletzt.

ler/AFP/dpa
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