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Nato-Pläne: Truppen für den Osten

Foto: AFP/ U.S. Army

Ukraine-Krise Nato will Eingreiftruppe für Osteuropa mehr als verdoppeln

30.000 Soldaten für Osteuropa, allein Deutschland stellt 2700: Die Nato will ihre Eingreiftruppe drastisch ausbauen. Es sei eine "sehr kritische Zeit für die Sicherheit in Europa", sagt Bündnis-Chef Stoltenberg.

Brüssel - Die Nato plant angesichts der angespannten Sicherheitslage in Osteuropa eine deutliche Verstärkung ihrer schnellen Eingreiftruppe NRF. Die aus Land-, Luft-, See- und Spezialkräften bestehenden Einheiten sollten künftig etwa 30.000 Soldaten umfassen, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zum Auftakt eines Treffens mit den Verteidigungsministern der Bündnisstaaten in Brüssel. Damit würde die Größe der Truppe mehr als verdoppelt.

Er erwarte von den Ministern einen entsprechenden Beschluss, sagte Stoltenberg. Es sei "eine sehr kritische Zeit für die Sicherheit in Europa und in der Welt", sagte er: "Wir passen unseren Kurs und unsere Kräfte an das Sicherheitsumfeld an."

Die Truppe besteht derzeit aus rund 13.000 Soldaten. Davon sollen bis zum nächsten Jahr 5000 Soldaten zu einer besonders schnell handlungsfähigen Spezialtruppe ausgebildet werden. So soll Russland mitten der Ukraine-Krise demonstriert werden, dass die Nato ihre osteuropäischen Mitglieder nicht im Stich lassen wird.

Bundeswehr übernimmt Führungsrolle

In diesem Jahr wird das neue Konzept getestet. Gleichzeitig werden ständige Stützpunkte mit Führungs- und Logistikexperten in sechs osteuropäischen Staaten eingerichtet, um die Kräfte der Eingreiftruppe im Falle einer Entsendung aufzunehmen.

Die Bundeswehr übernimmt beim Ausbau der Eingreiftruppe eine Führungsrolle und hat 2700 Soldaten für die Testphase der "Speerspitze" zugesagt. Sie könnten etwa aus der Luftwaffe oder der Marine kommen. Außer dem Panzergrenadierbataillon 371 aus dem sächsischen Marienberg in Sachsen und dem Deutsch-Niederländischen Korps aus Münster (NRW) sind in diesem Jahr damit rund weitere 1000 Kräfte für die schnelle Eingreiftruppe eingeplant, wie die Nachrichtenagentur dpa meldet.

Der Ausbau der Truppe sei "ein Zeichen der Geschlossenheit und der Entschlossenheit" des Bündnisses und "wichtig für die innere Stärke der Nato", sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei dem Treffen. Die Allianz werde damit "flexibler, schneller und reaktionskräftiger".

Russland hat der Nato mehrfach vorgeworfen, mit der Eingreiftruppe die Sicherheitsarchitektur in Osteuropa zu destabilisieren. Die Nato hingegen hält Russland vor, die Separatisten in der Ukraine mit Waffenlieferungen zu unterstützen. Derzeit erwägen die USA, Rüstungsgüter an die Zentralregierung in Kiew zu senden.

mxw/dpa/AFP
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