Krisenland Italien Berlusconi lehnte Euro-Hilfe ab

Das Land ist hochverschuldet, aber Italiens scheidender Regierungschef Berlusconi schätzt die Lage offenbar nicht besonders dramatisch ein: Beim G-20-Gipfel in Cannes soll er Hilfen des Euro-Rettungsschirms ausgeschlagen haben.


Berlin - Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat nach Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble beim G-20-Gipfel in Cannes auf Hilfen des Euro-Rettungsschirms EFSF verzichtet.

Mehrere Mitglieder unterschiedlicher Fraktionen, die an einer Sitzung des Bundestags-Haushaltsausschusses teilnahmen, sagten der Nachrichtenagentur Reuters, Schäuble habe vor den Abgeordneten ausgeführt, dass Berlusconi Hilfe angeboten worden sei. "Schäuble hat gesagt, Berlusconi sei in Cannes angeboten worden, in ein EFSF-Programm zu gehen, aber er habe Nein gesagt", sagte ein Teilnehmer.

Die Äußerungen wurden von anderen Sitzungsteilnehmern bestätigt. Schäuble habe gesagt, dass man Italien Hilfe nicht aufzwingen könne, sagten die Sitzungsteilnehmer. Die Italiener müssten selbst entscheiden, wie sie mit ihren Schuldenproblemen umgingen. Wegen der Zweifel an einem raschen Schuldenabbau der drittgrößten Wirtschaftsmacht der Euro-Zone sind die Renditen für italienische Staatsanleihen auf Rekordstände gestiegen. Anleger trennten sich am Mittwoch in Scharen von zehnjährigen italienischen Anleihen, die Rendite stieg auf ein Rekordhoch.

Berlusconi hatte am Dienstag seinen Rücktritt angekündigt. Er will aber noch die von der EU geforderten Reformen durchs Parlament bringen.

hen/Reuters



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letzter-dödel 09.11.2011
1. Berlusconi 2.0
Wegen derartiger Beiträge 'liebe' ich SPON! Endlich die Wahrheit! Alles möge im Chaos versinken aber D erstrahlt 'im Geiste'. Solange bis man merkt, dass man vor 'Härte' nicht mehr laufen kann und alles 'weich' wird, z.B. die Wirtschaft, die DM ... Gott sei Dank, gibt es noch keine Politiker, die die hier vorgeschlagene Berlusconi 2.0 Version befürworten. Die Vorstellung "... und morgen die ganze Welt" klappt genauso wenig wie der Traum von der "Insel der Glückseeligkeit". - Sogar die Schweiz hängt sich an den Euro ... "sind die vielleicht doof!"
rhs, 09.11.2011
2. Aha....
Zitat von sysopDas Land ist hochverschuldet, aber Italiens scheidender Regierungschef Berlusconi schätzt die Lage offenbar nicht besonders dramatisch ein: Beim G20-Gipfel in Cannes soll er Hilfen des Euro-Rettungsschirms ausgeschlagen haben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,796878,00.html
... also bevor Italien sich überhaupt bemüht seinen Haushalt in Ordnung zu bringen, wir ihnen Hilfe angeboten. Warum? Müssen die Milliarden mit Gewalt verteilt werden?
weltsichtig 09.11.2011
3. Gute Nachrichten
Zitat von sysopDas Land ist hochverschuldet, aber Italiens scheidender Regierungschef Berlusconi schätzt die Lage offenbar nicht besonders dramatisch ein: Beim G20-Gipfel in Cannes soll er Hilfen des Euro-Rettungsschirms ausgeschlagen haben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,796878,00.html
Die Situation entwickelt sich überraschend positiv - Griechenland bekommt erst Geld, wenn sie sich auf eine neue Regierung geeinigt haben und Italien will solange keins, bis Berlusconi zurückgetreten ist. Wir können unsere Milliarden also noch ein paar Jährchen behalten. ;-)
masc672 10.11.2011
4. Das gleiche haben
Zitat von sysopDas Land ist hochverschuldet, aber Italiens scheidender Regierungschef Berlusconi schätzt die Lage offenbar nicht besonders dramatisch ein: Beim G20-Gipfel in Cannes soll er Hilfen des Euro-Rettungsschirms ausgeschlagen haben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,796878,00.html
Griechenland, Portugal und Irland auch gemacht.
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