Kritik an Bush US-Geheimdienst führt Schülerin ab

Sie kann US-Präsident Bush "einfach nicht leiden" und hatte ihn im Internet scharf kritisiert - dafür musste eine 14-jährige Schülerin in den USA herbe Konsequenzen in Kauf nehmen. Der Geheimdienst holte sie zum Verhör ab, direkt aus der Schule.

Los Angeles - Eine Szene wie im Agententhriller: Mitten im Biologie-Unterricht tauchen plötzlich Mitarbeiter des Geheimdienstes in einer High-School im kalifornischen Sacramento auf und nehmen die 14-jährige Schülerin Julia Wilson mit, die harmloser kaum aussehen könnte: Sie trägt eine Zahnspange und hat Sommersprossen im Gesicht. Laut einem Bericht der "Sacramento Bee" wird das Mädchen zum Verhör abgeführt.

Die 14-Jährige hat nämlich auf einer Internetseite drastische Kritik an Präsident George W. Bush geübt. Die Teenagerin hatte auf der bei Jugendlichen beliebten Seite MySpace eine Fotokollage veröffentlicht. Das Bild zeigte den Angaben zufolge den US-Präsidenten, in dessen Hand ein Messer steckt. Darunter stand " Kill Bush".

Das Mädchen zeigte sich unbeirrt von dem Geheimdiensteinsatz. "Ich habe ihnen gesagt, dass ich einfach nicht mit Bushs Politik einverstanden bin", sagte Wilson der Zeitung. Sie habe aber keinerlei Pläne verfolgt, dem Präsidenten etwas anzutun. "Ich bin sehr friedlich", versicherte der Teenager. "Ich kann nur Bush einfach nicht leiden."

Wilsons Vater Jim Moose kritisierte die Behörden: "Ich will nicht billigen, was meine Tochter getan hat, aber die Reaktion scheint mir ein bisschen übertrieben." Seine Tochter stelle "kein glaubwürdiges Risiko" für den Präsidenten dar, stellte Moose klar.

fok/AFP

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