Kritik aus Nordkorea Südkorea und USA starten umstrittenes Manöver

Südkorea und die USA haben ein gemeinsames Militärmanöver begonnen. Nordkorea reagierte mit scharfem Protest: Das sei die schlimmste Krise der Geschichte für die Halbinsel.

Seeübung in Südkorea: gemeinsames Manöver mit den USA
AP

Seeübung in Südkorea: gemeinsames Manöver mit den USA


Seoul - In den kommenden zehn Tagen sind Zehntausende südkoreanische und amerikanische Soldaten gemeinsam im Manöver. Ungeachtet der Proteste des Nordens starteten beide Länder am Dienstag die Militärübung. "Das Manöver hat am Morgen begonnen", sagte ein Militärsprecher in Seoul.

Nordkorea reagierte umgehend mit scharfem Protest - und einer unverhohlenen Drohung. Die Übung bedeute für die koreanische Halbinsel die "schlimmste Krise" der Geschichte, hieß es in der von der regierenden Kommunistischen Partei herausgegebenen Zeitung "Rodong Sinmun". "Ein Krieg kann durch den kleinsten Zwischenfall ausgelöst werden."

Im Mittelpunkt der jährlich stattfindenden Übungen "Ulchi Freedom Guardian" (Ulchi-Freiheitshüter) stehen computergestützte Simulationen eines Kriegs auf der koreanischen Halbinsel und anderer Bedrohungsszenarien. Zweck der Übungen ist es nach Angaben der südkoreanischen Streitkräfte, die Fähigkeit der Allianz zur Verteidigung Südkoreas zu verbessern.

Die Beziehungen zwischen den beiden koreanischen Staaten sind seit geraumer Zeit äußerst angespannt. Vor allem am umstrittenen Grenzverlauf kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Nach einem Schuss der nordkoreanischen Artillerie nahe der Seegrenze haben die südkoreanischen Streitkräfte vergangene Woche das Feuer erwidert. Nordkorea habe drei Granaten in der Nähe der Demarkationslinie im Gelben Meer abgefeuert, Südkorea habe mit ebenfalls drei Schüssen geantwortet, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul, Kim Min Seok.

Nordkorea hatte im vergangenen November die südkoreanische Insel Yeonpyeong unter Beschuss genommen. Dabei waren vier Menschen getötet worden. Seitdem befinden sich die südkoreanischen Streitkräfte in erhöhter Alarmbereitschaft. Zudem wirft Südkorea dem Norden vor, im vergangenen Jahr eines seiner Kriegsschiffe versenkt zu haben. Dabei kamen 46 Soldaten ums Leben.

In diesem Jahr waren die Spannungen zwischen den verfeindeten Staaten zunächst etwas abgeklungen. Der Norden hatte zuletzt dazu aufgerufen, die Sechs-Parteien-Gespräche zum Atomprogramm des kommunistischen Landes wieder aufzunehmen.

ler/AFP/Reuters/dpa



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