Kroatien Sozialdemokrat Milanovic gewinnt die Präsidentenwahl

Schon in der ersten Runde im Dezember lag er vorne - jetzt hat Zoran Milanovic die Präsidentschaftswahl in Kroatien gegen Amtsinhaberin Kolinda Grabar-Kitarovic gewonnen.
Präsidentschaftskandidat Zoran Milanovic, hier am 22. Dezember

Präsidentschaftskandidat Zoran Milanovic, hier am 22. Dezember

Foto: Darko Bandic / AP

Der Sozialdemokrat Zoran Milanovic geht als Sieger aus der Präsidentenwahl in Kroatien hervor. Der Herausforderer der konservativen Amtsinhaberin Kolinda Grabar-Kitarovic kam nach Auszählung fast aller Wahlkreise bei der Stichwahl am Sonntag auf knapp 53 Prozent der Stimmen.

Milanovic hatte bereits die erste Runde der Präsidentenwahl für sich entschieden. Er war am 22. Dezember auf fast 30 Prozent der Stimmen gekommen. Damit hatte er Grabar-Kitarovic auf den zweiten Platz verwiesen: Die konservative Präsidentin errang damals nur knapp 27 Prozent der Stimmen.

Milanovic hatte seine Wahl vor allem der Zustimmung im Nordwesten des Landes zu verdanken. In Istrien und rund um die Hauptstadt Zagreb war der Sozialdemokrat erfolgreich. In Dalmatien und Slawonien vertrauten die Wähler hingegen Grabar-Kitarovic.

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Das Staatsoberhaupt hat in Kroatien vor allem zeremonielle Befugnisse, da die Regierungsgeschäfte vom Ministerpräsidenten geführt werden. Die Wahl gilt aber auch als Indikator für die Stärke des rechten und des linken Lagers vor den Parlamentswahlen im kommenden Jahr. Das jüngste EU-Mitgliedsland übernimmt außerdem in der ersten Hälfte 2020 den Ratsvorsitz in der Europäischen Union. Kroatien ist seit 2013 in der EU und hat im Juli dieses Jahres eine wichtige Weiche auf dem Weg zu einer künftigen Euro-Mitgliedschaft gestellt.

Im Wahlkampf spielten Themen wie die ineffiziente Regierungsführung und massive Auswanderung eine große Rolle. Grabar-Kitarovic war mit dem Bonus der amtierenden Präsidentin ins Rennen gegangen. Ihr Auftreten, das Kritiker als anbiedernd empfanden, und ihre teils unkonkreten Versprechungen kosteten sie jedoch Sympathiewerte. Auch schlug sie, bedrängt vom Populisten Miroslav Skoro, zunehmend nationalistische Töne an.

Der Sozialdemokrat Milanovic wiederum versprach "Normalität" angesichts der von der politischen Rechten geführten "Scheindebatten" über die Landesgeschichte. Kroatien müsse den Krieg gegen Serbien, der dem Land von 1991 bis 1995 Tod und Verwüstung, aber auch die Unabhängigkeit gebracht hatte, endlich hinter sich lassen.

cbu/dpa
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