Kuba Castro-Tochter demonstriert für Schwulenrechte

Eine Demonstration im kommunistischen Kuba - und eine Castro an der Spitze. Mariela Castro, Tochter von Präsident Raúl, protestierte gegen die Diskriminierung von Homosexuellen in dem Inselstaat. Ansonsten ist die Politikerin aber streng regimetreu.

Mariela Castro bei der Demonstration: "Homophobie nein, Sozialismus ja"
REUTERS

Mariela Castro bei der Demonstration: "Homophobie nein, Sozialismus ja"


Havanna - Rund 500 Menschen sind in der kubanischen Hauptstadt Havanna für die Rechte von Schwulen und Lesben auf die Straße gegangen. Angeführt von der Tochter von Staatspräsident Raúl Castro, Mariela Castro, zogen sie am Samstag mit Fahnen und Transparenten durch das Stadtzentrum. Die Direktorin des Nationalen Zentrums für Sexualerziehung, Mariela Castro, forderte einen offenen Dialog innerhalb der kubanischen Gesellschaft und einen Kampf gegen Vorurteile.

Mariela Castro sagte zu Beginn der von Trommeln und Trompeten begleiteten Demonstration, das Familienrecht müsse geändert und gleichgeschlechtliche Paare müssten anerkannt werden. Noch immer gebe es in dem Inselstaat große Vorurteile gegen Homosexuelle. Sie sei aber zuversichtlich, dass das kubanische Parlament bald über eine entsprechende Reform beraten werde, sagte Castro.

Seitdem Raúl Castro die Macht in dem karibischen Inselstaat von seinem Bruder Fidel übernommen hat, wagt das kommunistische Regime vorsichtige Reformen - etwa bei der Reisefreiheit von Regimekritikern. Vor seiner Tochter Mariela muss sich Präsident Castro jedoch nicht allzusehr fürchten: Die 50-Jährige, selbst Abgeordnete der Kommunisten, hatte die Demonstration unter das Motto "Homophobie nein, Sozialismus ja" gestellt.

ade/dpa

insgesamt 9 Beiträge
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ursel.aga 12.05.2013
1. Schwule? Homo!
Wieso stehen immer Schwule in der Überschrift.. Und nicht Lesben? Um dann im Text beide zu nennen? Überbegriff wäre eher homo.. Ständig wird bei Spon schwul als Synonym für Homo benutzt, wozu das?
seppuproff 12.05.2013
2. Machismo
Das Institut existiert bereits seit 1989. http://de.wikipedia.org/wiki/Centro_Nacional_de_Educación_Sexual Die Leiterin, Mariela Castro hat nach ausdrücklichem Einreiseverbot durch die US-Regierung erst ganz kurzfristig vor wenigen Tagen die Teilnahmegenehmigung an einem Fachkongress in USA erhalten. Fidel Castro hat schon vor Jahren öffentlich die falsche, ungerechte Behandlung Homosexueller durch seine Revolutionsregierung bedauert. ............Wann wird der erste Bundesligaprofi sich als schwul zu outen wagen? Das Institut existiert bereits seit 1989. http://de.wikipedia.org/wiki/Centro_Nacional_de_Educación_Sexual Die Leiterin, Mariela Castro hat nach ausdrücklichem Einreiseverbot durch die US-Regierung erst ganz kurzfristig vor wenigen Tagen die Teilnahmegenehmigung an einem Fachkongress in USA erhalten. Fidel Castro hat schon vor Jahren öffentlich die falsche, ungerechte Behandlung Homosexueller durch seine Revolutionsregierung bedauert.
bertholdalfredrosswag 12.05.2013
3. Kuba: Castro-Tochter demonstriert für Schwulenrechte
Diese Castro Tochter ist sympathisch und offenbar auch nicht dumm. Jedenfalls ist ihre Haltung im Gegensatz zu Religion un Bigotterie erstaunlich menschlich. Man kann hoffen, dass in Kuba weitere Reformen angeschoben werden. und wenn es wäre, nach chinesischem Vorbild. Je länger je mehr erscheint mir das chinesische System des Regierens ehrlicher als das der westlichen religionverseuchten Demokratien.
BlogBlab 12.05.2013
4. Auf Parteilinie
"Ansonsten ist die Politikerin aber streng regimetreu." Wieso "ansonsten"? Wie schon geschrieben wurde, hat Castro die Diskriminierung Homosexueller in Cuba in den 60er und 70er Jahren selbst bedauert, als diese noch zur Umerziehung in Arbeitslager geschickt wurden, Castro hat eingeräumt, dass es Momente großer Ungerechtigkeiten gegen Homosexuelle gab, er selbst aber keine Vorurteile gegen sie habe. Die Tochter ist also ganz auf Parteilinie. Fidel Castro regrets discrimination against gays in Cuba - Telegraph (http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/centralamericaandthecaribbean/cuba/7976488/Fidel-Castro-regrets-discrimination-against-gays-in-Cuba.html)
ein-berliner 12.05.2013
5. Es geht voran
Zitat von bertholdalfredrosswagDiese Castro Tochter ist sympathisch und offenbar auch nicht dumm. Jedenfalls ist ihre Haltung im Gegensatz zu Religion un Bigotterie erstaunlich menschlich. Man kann hoffen, dass in Kuba weitere Reformen angeschoben werden. und wenn es wäre, nach chinesischem Vorbild. Je länger je mehr erscheint mir das chinesische System des Regierens ehrlicher als das der westlichen religionverseuchten Demokratien.
# Damit läutet Kuba seinen Untergang selbst ein. Kleiner Hinweis: In Deutschland bedeutet jede Reform seit vielen Jahren immer nur Mehrkosten und negative Folgen für die Betroffenen. Noch nie beobachtet? Reform ist zu einem Schimpfwort mutiert.
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