Kuba-Politik Castro will Obama treffen

Versöhnliche Signale aus Kuba: Nach seinem Bruder Raúl hat sich jetzt auch der ehemalige Staatspräsident Fidel Castro zu Wort gemeldet und dem neuen US-Präsidenten ein Treffen angeboten. Er werde mit Barack Obama reden, wann immer dieser es wolle.


Havanna - Er gibt sich offen für den neuen Präsidenten: Der ehemalige kubanische Präsident Fidel Castro ist nach eigenen Worte bereit, den designierten US-Präsidenten Barack Obama zu treffen. "Mit Obama rede ich, wann immer er will, denn wir sind beide keine Botschafter von Gewalt und Krieg", schrieb der kommunistische Politiker laut dem amerikanischen Fernsehsender CNN in einem Artikel, der am Donnerstag auf einer staatlichen kubanischen Internet-Seite veröffentlicht wurde.

Ex-Präsident Castro: "Mit Obama rede ich, wann immer er will"
REUTERS

Ex-Präsident Castro: "Mit Obama rede ich, wann immer er will"

Mit dem Schreiben signalisierten die Kubaner zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ihre Bereitschaft, sich mit dem neuen US-Präsidenten zu treffen. So hatte der Schauspieler Sean Penn in der aktuellen Ausgabe von "The Nation" über ein Unterredung mit Raúl Castro berichtet, der das Präsidentenamt in diesem Jahr von seinem kranken Brudel Fidel übernommen hatte. Laut Penn hatte Raúl Castro angeboten, man könne sich ja in Guantanamo treffen. "Wir müssen uns treffen und anfangen, unsere Probleme zu lösen."

Nach dem Treffen könne man dem Präsidenten auch ein Geschenk machen, sagte Raúl Castro demnach weiter: "Wir könnten ihn mit der amerikanischen Flagge heimschicken, die bislang über Guantanamo wehte." Obama hatte klargemacht, dass er das US-Gefangenenlager auf Kuba so schnell wie möglich schließen will.

Die USA erhalten seit 47 Jahren ein Handelsembargo gegen das sozialistische Land aufrecht, mit dem ursprünglich Kubas Unterstützung für andere sozialistische Bewegungen in Lateinamerika und die Stationierung von russischem Militär unterbunden werden sollten. Tatsächlich wollte man jedoch den Sturz Castros herbeiführen, der das Land fast 50 Jahre lang geführt hatte.

sam



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