Ende der politischen Isolation USA öffnen Botschaft in Havanna, Kuba öffnet Botschaft in Washington

Nach mehr als fünf Jahrzehnten haben die USA und Kuba wieder diplomatische Beziehungen aufgenommen. Im Laufe des Tages soll die kubanische Flagge über der wiedereröffneten Botschaft in Washington gehisst werden.

Flaggen der USA und Kuba in Havanna auf einem Balkon eines Hotels
REUTERS

Flaggen der USA und Kuba in Havanna auf einem Balkon eines Hotels


Mehr als fünf Jahrzehnte ist es her, dass die Flagge an der Vertretung des Karibikstaats in Washington wehte. Jetzt wird sie am Montag wieder gehisst. Seit kurz nach Mitternacht Ortszeit unterhalten die beiden Länder wieder diplomatische Beziehungen, damit endet die politische Isolation Kubas.

Zur Wiedereröffnung reiste Kubas Außenminister Bruno Rodríguez nach Washington. Zu den 500 geladenen Gästen zählen auch zahlreiche weitere Kubaner. Später ist Rodríguez bei US-Außenminister John Kerry eingeladen. Nach dem Treffen im State Department stellen sich beide Politiker den Fragen der Presse. In Havanna ist keine Zeremonie geplant.

US-Präsident Barack Obama hatte die Wiedereröffnung der Botschaften Anfang Juli als einen "historischen Schritt" auf dem Weg zur Normalisierung bezeichnet. Er und Kubas Staatschef Raúl Castro hatten die Absicht zum Neustart zwischen den früheren Erzfeinden vor sieben Monaten angekündigt. Seitdem wurde intensiv verhandelt. Bisher gab es in beiden Hauptstädten nur sogenannte Interessenvertretungen unter dem Mandat der Schweiz.

Ein Handelsembargo der USA gegen die sozialistische Karibikinsel besteht in wesentlichen Teilen aber fort. Auch das Reisen ist weiter eingeschränkt.

Im Jahr 1961, auf einem Höhepunkt des sogenannten Kalten Krieges zwischen Ost und West, waren die Beziehungen abgebrochen worden. Obama beendet mit dem Neustart der diplomatischen Kontakte nun auch offiziell die politische Isolationspolitik, die Washington 54 Jahre gegenüber Havanna verfolgte. Die politische Funkstille war ein Teil der Maßnahmen, mit denen die Weltmacht den kleinen sozialistischen Nachbarstaat in der Karibik zu Reformen zwingen wollte.

Die Überwindung der Feindschaft zwischen beiden Ländern gilt als einer der größten außenpolitischen Erfolge Obamas.

heb/dpa/AFP

insgesamt 36 Beiträge
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komodus 20.07.2015
1.
Eine gute Nachricht
Giotti 20.07.2015
2. Tolle Sache
Einge Gute Nachricht und ein Zeichen der Vernunft.
wolffm 20.07.2015
3.
" ... Die politische Funkstille war ein Teil der Maßnahmen, mit denen die Weltmacht den kleinen sozialistischen Nachbarstaat in der Karibik zu Reformen zwingen wollte. ... " Das ist aber sehr harmlos ausgedrückt und diskreditiert den Begriff "Reformen".
imlattig 20.07.2015
4. das ist doch offentsichtlich....
china will in Nicaragua einen kanal bauen, brasilien in kuba den dazugehoerigen tiefseehafen. die yankies sehen ihre felle davonschwimmen .mit dem von ihnen kontrollierten panamakanal waere kein staat mehr zu machen.
Yoroshii 20.07.2015
5. Zum Ende der Amtszeit punktet er
In Iran: Noch sind die Steinzeitideologen der religiösen Verbohrtheit an der Macht. Noch! Ein gut Teil der Menschen in Iran sind säkular gesinnt, gebildet und aufgeklärt. Obama mache' es - aber richtig! In Kuba: Noch sind kommunistische Restbestände am Regieren. Aber auch in Kuba ist der Wille und die Kraft zur Aufklärung da! Die Ideologen werden verschwinden. Obama, nach es richtig!
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