Neue Sanktionen der USA US-Fluglinien müssen - bis auf Havanna - alle Verbindungen nach Kuba kappen

Neue Einschränkung für Kuba-Reisende: Ab Anfang Dezember ist es US-Fluggesellschaften verboten, auf Kuba einen anderen Flughafen als den der Hauptstadt anzusteuern.
Jose Marti International Airport in Havanna, Kuba

Jose Marti International Airport in Havanna, Kuba

Foto: Alexandre Meneghini/ REUTERS

Die USA haben neue Sanktionen gegen Kuba verhängt, die der Tourismusbranche des Karibikstaates schaden sollen.

Mit Ausnahme des Flughafens der Hauptstadt Havanna dürfen US-Fluggesellschaften ab dem 10. Dezember keine Flughäfen in Kuba mehr anfliegen, gab das US-Verkehrsministerium am Freitag bekannt.

Die Fluggesellschaften hätten 45 Tage Zeit, um den Liniendienst zu den insgesamt neun betroffenen Flughäfen in dem kommunistisch regierten Land einzustellen. Die Anweisung, die bis auf Weiteres gelte, habe die US-Transportbehörde auf Aufforderung von Außenminister Mike Pompeo erlassen.

Die US-Regierung will mit der Strafmaßnahme nach eigenen Angaben die kubanische Regierung für die "Unterdrückung" des eigenen Volkes und die Unterstützung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro bestrafen. Betroffen sind den Angaben zufolge insgesamt neun internationale Flughäfen in Kuba, darunter der Flughafen der zweitgrößten Stadt Santiago de Cuba.

Überweisungen nach Kuba auf 4000 Dollar im Jahr beschränkt

Bereits im Juni hatte die US-Regierung verfügt, dass US-Bürger nicht mehr mit Kreuzfahrt- oder anderen Passagierschiffen, mit Segeljachten oder mit Privat- oder Firmenflugzeugen nach Kuba reisen dürfen. Auch Gruppen-Bildungsreisen aus den USA nach Kuba wurden nicht mehr gestattet. Urlaubsreisen von US-Bürgern nach Kuba waren schon zuvor nur unter bestimmten Bedingungen möglich gewesen.

Erst im vergangenen Monat waren zudem Überweisungen nach Kuba eingeschränkt worden. Menschen in den USA dürfen seitdem pro Vierteljahr nur noch maximal 1000 US-Dollar (900 Euro) an Familienangehörige in dem Karibikstaat schicken. Familienmitglieder bestimmter hoher Beamter und von Mitgliedern der kommunistischen Partei dürfen gar keine Überweisungen mehr erhalten.

Heute undenkbar: Landanflug der Air Force One im Jahr 2016 mit dem damaligen US-Präsidenten Obama an Bord

Heute undenkbar: Landanflug der Air Force One im Jahr 2016 mit dem damaligen US-Präsidenten Obama an Bord

Foto: Rolando Pujol/ dpa

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat den unter Vorgänger Barack Obama eingeleiteten Kurs der schrittweisen Annäherung an Kuba weitgehend wieder rückgängig gemacht und neue Sanktionen verhängt.

Am Freitag vergangener Woche hatte Washington bereits US-Unternehmen untersagt, Flugzeuge an kubanische Fluggesellschaften zu verleihen. Die staatliche kubanische Fluggesellschaft Cubana de Aviación sah sich daher am Mittwoch gezwungen, Flüge nach Mexiko, Venezuela und in Karibikstaaten zu streichen. Schon seit Juni dürfen US-Kreuzfahrtschiffe die Insel nicht mehr ansteuern.

cht/AFP/dpa
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