Afghanistan Taliban-Offensive auf Kunduz wurde zurückgedrängt

Mit Unterstützung durch US-Streitkräfte konnte die afghanische Armee einen Angriff der Taliban auf Kunduz abwehren - auch Camp Pamir, in dem deutsche Soldaten stationiert sind, war beschossen worden.

Afghanische Soldaten im Gefecht mit Taliban-Kämpfer nahe Kunduz
Stringer/ REUTERS

Afghanische Soldaten im Gefecht mit Taliban-Kämpfer nahe Kunduz


Afghanische Sicherheitskräfte haben einen Angriff der Taliban auf Kunduz abgewehrt. Die Offensive konnte dank der Unterstützung der US-Streitkräfte aufgehalten werden, wie das afghanische Innenministerium mitteilte.

Die Kämpfer der radikalislamischen Taliban hatten ihren Angriff in der Nacht zum Samstag begonnen und im Laufe des Tages wichtige Punkte der nordafghanischen Provinzhauptstadt eingenommen, darunter das Provinzkrankenhaus, die Zentrale der Elektrizitätsversorgung und den dritten Polizeibezirk der Stadt.

Laut Einsatzkommando der Bundeswehr seien bei den Angriffen auch acht Geschosse auf das bei Kunduz gelegene Camp Pamir abgefeuert worden, wo deutsche Soldaten stationiert sind. Vier der Geschosse seien im Lager eingeschlagen. Bundeswehrsoldaten seien dabei nicht verletzt worden. Derzeit befänden sich "80 deutsche Kräfte" im Camp Pamir.

Die Lage in Kunduz soll sich normalisiert haben

Um die Offensive aufzuhalten, flogen afghanische Luftstreitkräfte mindestens fünf Angriffe gegen die Taliban. Auch die US-Luftwaffe brach zu Einsätzen auf. Nach Angaben des afghanischen Innenministeriums wurden die Taliban in stundenlangen Gefechten zurückgeschlagen. Die Stadt Kunduz sei nun frei von Kämpfern der Miliz, so Sprecher Nasrat Rahimi. Die Lage in der Stadt habe sich normalisiert.

Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid bestritt diese Darstellung. Die Angaben der afghanischen Regierung seien "Propaganda" und "nicht wahr", sagte er zu Journalisten. Die Taliban würden ihre Positionen in Kunduz weiter halten.

Trotz der militärischen Auseinandersetzungen vom Wochenende stehen die USA und die Islamistenmiliz an der "Schwelle" eines Friedensabkommens, wie der US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, erklärte. Die Vereinbarung werde die Gewalt reduzieren und den Afghanen die "Tür zur Aushandlung eines ehrenwerten und nachhaltigen Friedens öffnen". Der US-Diplomat kündigte zudem an, im Laufe des Tages zu "Beratungen" nach Kabul zu reisen.

Die USA, die vor fast 18 Jahren in Afghanistan einmarschiert waren, verhandeln seit einem Jahr mit den Taliban über ein Ende des Konflikts. Ein Sprecher von Afghanistans Präsident Aschraf Ghani erklärte, der Taliban-Angriff auf Kunduz zeige, dass die Miliz "nicht an die von den USA und Afghanistans Regierung angebotene Chance auf Frieden glaubt".

cbu/AFP/dpa



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sikasuu 01.09.2019
1. Die Lage in Kunduz soll sich normalisiert haben?
Ja, vordergründig, wie schon immer seit Vietnam bei jedem Krieg danach den die U-SA gestartet, besser "unüberlegt vom Zaun gebrochen" haben. . "Wir beherrschen die Städte & Stützpunkte, die "Terroristen" nur 2/3 des Restlandes":-( . Solche "Kriege" sind nicht zu gewinnen, denn die Menschen dort "kämpfen für ihr Land" was immer das auch heißen mag & mit Bomben usw. kann man "Denken von Menschen" nicht verändern! . Reingehen ist leicht, aber mit erhobenen Kopf da wieder raus zu kommen mMn. fast unmöglich. . In Afghanistan z.B. von den Engländer ca. 1850 angefangen... über die Russen ...bis HEUTE ist das noch keinem gelungen! . Wenn den U-SA nicht besseres einfällt als mit der "US-Kavallerie" IHRE Konflikte & Probleme weltweit lösen zu wollen, haben sie mMn. in den letzten 100 Jahren NICHT dazugelernt! . Seit dem "Sieg" in Vietnam, ist es immer die gleiche Masche. Die Army rein, doch keinen Schimmer wie das dann "zu Ende gehen soll"! . Nun ja, hoffentlich ist die BuWe bald wieder zu Hause!
sikasuu 01.09.2019
2. Nachtrag: Die Parallelen zu Vietnam sind unübersehbar!
Zitat von sikasuuJa, vordergründig, wie schon immer seit Vietnam bei jedem Krieg danach den die U-SA gestartet, besser "unüberlegt vom Zaun gebrochen" haben. . "Wir beherrschen die Städte & Stützpunkte, die "Terroristen" nur 2/3 des Restlandes":-( . Solche "Kriege" sind nicht zu gewinnen, denn die Menschen dort "kämpfen für ihr Land" was immer das auch heißen mag & mit Bomben usw. kann man "Denken von Menschen" nicht verändern! . Reingehen ist leicht, aber mit erhobenen Kopf da wieder raus zu kommen mMn. fast unmöglich. . In Afghanistan z.B. von den Engländer ca. 1850 angefangen... über die Russen ...bis HEUTE ist das noch keinem gelungen! . Wenn den U-SA nicht besseres einfällt als mit der "US-Kavallerie" IHRE Konflikte & Probleme weltweit lösen zu wollen, haben sie mMn. in den letzten 100 Jahren NICHT dazugelernt! . Seit dem "Sieg" in Vietnam, ist es immer die gleiche Masche. Die Army rein, doch keinen Schimmer wie das dann "zu Ende gehen soll"! . Nun ja, hoffentlich ist die BuWe bald wieder zu Hause!
Mal hier rein schauen: https://www.arte.tv/de/videos/RC-015017/vietnam/ . Selbst Diktion& Handeln usw der U-SA scheinen sich 1zu1 , zu wiederholen & das fast 50 Jahre später, wie in der Doku ziemlich klar zu Tage kommt!
capote 01.09.2019
3. Neueste Überschrift: Raketen auf Bundeswehr-Camp bei Bagdad abgefeuert
Neueste Überschrift: Raketen auf Bundeswehr-Camp bei Bagdad abgefeuert....... und woher stammen die Raketen? Aus chinesischer Produktion? Aus russischer Produktion? Mit an Sicherheit Grenzender Wahrscheinlichkeit aus US-Produktion. Das sagt schon alles !
bernteone 01.09.2019
4. Jede Woche mehrer Attacken
Die Taliban scheint doch garnicht an Frieden interresiert zu sein , aber Amirika verhandelt mit den Mördern . Ich dachte immer mit Terroristen wird nicht verhandelt. Da wird wohl versucht eine Niederlage zu beschönigen . 18 Jahre Krieg in Afghanistan und nun will man sich ohne ein Ziel erreicht zu haben zurückziehen . Die Taliban ist wenigstens genau so stark wie vor 18 Jahren und Afghanistan ist mit Duldung der ausländischen Truppen wieder Opium Land Nummer 1 Tolle Erfolgsstory
r_saeckler 01.09.2019
5. Ich bin ja "nur" Zeitungsleser
Ich bin ja "nur" Zeitungsleser ohne tiefere Ortskentnis von "dort hinten" - aber die Meldungen die sich in letzter Zeit zu Afghanistan so häufen erinnern mich fatal an die Meldungen aus Südvietnam aus der Zeit nach dem Sturz von Ngô Đình Diệm - wenn ich es recht bedenke sogar ganz genau nach der Tet-Offensive. Angeblich werden hier, da, dort und überall "Angriffe der Taliban" erfolgreich zurückgeschlagen ... nur: wie kommen eben jene Taliban denn so völlig ungehindert überall im Lande dahin wo sie Angriffe starten wollen? Angeblich sind die "Friedensgespräche" zwischen der US-Regierung und den Taliban auf gutem Wege (an der afghanischen Regierung vorbei...) - aber stehen denn, bei Licht betrachtet, die Hubschrauber zur Evakuierung des letzten US-Personals aus der Botschaft nicht schon bereit? Haben die im Weißen Haus und im Pentagon denn überhaupt nichts aus dem Vietnamdebakel gelernt? "Mische Dich niemals in einen Krieg weit weg vom eigenen Land ein wenn Du nicht absolut fest entschlossen bist diesen Krieg unter allen Umständen und mit allen Mitteln auch zu gewinnen!" - Krieg führen "mit gebremsten Schaum", das geht schief. Immer.
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