Kunduz Verletzte bei Anschlag auf Bundeswehr

Beim zweiten Anschlag auf die Bundeswehr im nordafghanischen Kunduz binnen weniger Stunden sind drei deutsche Soldaten verletzt worden. Erst wurde ein Bombenanschlag auf eine Patrouille verübt. Dann nahmen "bewaffnete militante Kräfte" deutsche Soldaten unter Feuer.


Berlin - Einen Tag nach einem Selbstmordanschlag auf einen Konvoi der Bundeswehr im Norden von Afghanistan sind dort heute deutsche Soldaten erneut Ziel eines Angriffs gewesen. Wie ein Sprecher des Einsatzführungskommandos bei Potsdam mitteilte, wurde eine Patrouille in der Nacht etwa vier Kilometer südlich der Stadt Kunduz mit Handfeuerwaffen angegriffen. Dabei seien drei Soldaten durch Splitter leicht verletzt und ein leicht gepanzertes Spähfahrzeug von Typ Fennek beschädigt worden.

Eine zweite Bundeswehrpatrouille - die ebenfalls mit einem Fennek-Fahrzeug und einem besonders geschützten Patrouillenfahrzeug vom Typ Dingo unterwegs war - sei der ersten zu Hilfe gekommen. Danach kam es den Angaben zufolge zu einem Schusswechsel zwischen den Angreifern und den Soldaten.

Bei dem Selbstmordanschlag in der Provinz Kunduz waren gestern zwei Afghanen getötet und weitere acht Menschen verletzt worden, als sich ein Selbstmordattentäter etwa 25 Meter von dem deutschen Konvoi entfernt mit seinem Fahrzeug in die Luft sprengte. Deutsche Soldaten wurden dabei nicht verletzt. Ein Bundeswehrfahrzeug vom Typ Dingo wurde beschädigt.

Die Bundeswehr beteiligt sich an dem Nato-geführten Militäreinsatz in Afghanistan mit dem dazu gehörenden Versorgungsstützpunkt im usbekischen Termez mit etwa 2800 Soldaten. Die Soldaten sind in der Hauptstadt Kabul und in so genannten Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) in Kunduz und Faizabad im Norden des Landes stationiert.

Rice: "Wir werden nicht müde werden"

In der südlichen Provinz Sabul sprengte sich heute zudem ein Selbstmordattentäter nahe einem US-Militärkonvoi in die Luft, wie ein Sprecher des Provinzgouverneurs mitteilte. Die Koalitionssoldaten hätten aber keinen Schaden erlitten. Der Anschlag ereignete sich vor den Toren der Provinzhauptstadt Kalat.

US-Außenministerin Condoleezza Rice räumte bei einem Besuch in der Hauptstadt Kabul ein, die Zunahme der Gewalt in den letzten Monaten sei Grund zur Besorgnis. Die Afghanen und die ausländischen Soldaten seien mit einem gefährlichen Gegner konfrontiert, sagte sie. Es handele sich um eine "internationale Macht, die entschlossen ist, die Bestrebungen eines freien Volkes zu untergraben".

Rice sicherte dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai anhaltende Unterstützung zu. "Wir werden nicht müde werden, wir werden nicht gehen", sagte Rice. In den viereinhalb Jahren seit dem Sturz des Taliban-Regimes habe das Land große Fortschritte gemacht.

lan/AFP/AP



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