Türkei Kurden fordern Öcalans Freilassung

Seit 15 Jahren ist Abdullah Öcalan in Haft auf der türkischen Gefängnisinsel Imrali. Tausende Kurden haben erneut die Freilassung des Chefs der verbotenen Arbeiterpartei PKK gefordert. Der Protest eskalierte zu einer Straßenschlacht.

Kurdische Demonstranten in Diyarbakir: Die Proteste gerieten bald außer Kontrolle
AFP

Kurdische Demonstranten in Diyarbakir: Die Proteste gerieten bald außer Kontrolle


Diyarbakir - In mehreren türkischen Städten haben Tausende Kurden gefordert, dass der kurdische Rebellenchef Abdullah Öcalan freigelassen wird. Die Proteste am Samstag eskalierten schnell.

In Diyarbakir, der größten kurdischen Stadt im Südosten des Landes, lieferten sich Polizei und Demonstranten eine Straßenschlacht: Rund 100 Aktivisten warfen Steine und Molotow-Cocktails auf die türkischen Sicherheitskräfte. In Cizre, nahe der Grenze zum Irak, zielten Demonstranten mit Brandsätzen auf gepanzerte Fahrzeuge. Die Polizei ging mit Tränengas und einem Wasserwerfer gegen die Protestierenden vor.

Öcalan ist Chef der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die er 1978 gegründet hatte. Unter seiner Führung kämpfte die verbotene PKK seit 1984 aus dem Untergrund für einen unabhängigen kurdischen Staat und Autonomie für die 15 Millionen Kurden. Seit 15 Jahren ist Öcalan auf der Insel Imrali bei Istanbul im Gefängnis. Seine Todesstrafe wurde 2002 in eine lebenslange Haftstrafe abgewandelt. Öcalan verhandelt seit einem Jahr mit dem türkischen Geheimdienst über ein friedliches Ende des Kurdenkonflikts. 45.000 Menschen sind diesem bereits zum Opfer gefallen.

jka/AFP/Reuters

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