Kurz vor Olympia US-Kriegsschiffe treffen im Schwarzen Meer ein

Präsident Obama hat zwar erklärt, er halte die Olympischen Spiele in Sotschi für sicher. Dennoch schickte die US-Marine ein Kommandoschiff und einen Raketenkreuzer in die Region. Nun sind sie da.
USS "Mount Whitney": Vor der ukrainischen Küste

USS "Mount Whitney": Vor der ukrainischen Küste

Foto: © Antony Njuguna / Reuters/ REUTERS

Sotschi - Vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Sotschi sind zwei US-Kriegsschiffe nach russischen Militärangaben im Schwarzen Meer eingetroffen. Der Raketenkreuzer USS "Ramage" (DDG-61) und das Kommandoschiff USS "Mount Whitney" (LCC-20) hätten vor der ukrainischen Küste außerhalb russischer Hoheitsgewässer Stellung bezogen, meldete die Agentur Interfax am Montag unter Berufung auf nicht näher genannte Militärkreise in Moskau. An Bord seien 600 Angehörige der US-Navy.

Nach Attentaten in Wolgograd mit mehr als 30 Toten Ende Dezember sowie neuen Drohungen von Islamisten hatten die USA Russland im Anti-Terror-Kampf Hilfe angeboten, um die Sicherheit am Olympia-Ort zu erhöhen. In Sotschi beginnen am Freitag die Winterspiele.

Islamisten aus dem benachbarten russischen Konfliktgebiet Nordkaukasus hatten gedroht, das Weltsportereignis mit allen Mitteln zu verhindern. Die Terroristen kämpfen in der Unruheregion für einen von Moskau unabhängigen islamischen Gottesstaat. Die Sicherheitsvorkehrungen bei Olympia sind beispiellos. Nach offiziellen Angaben sind 40.000 Uniformierte im Einsatz.

Gewisse Risiken bleiben

Trotz dieser Drohungen hatte US-Präsident Barack Obamadie Winterspiele in Sotschi kürzlich für sicher erklärt. "Wir raten Amerikanern keinesfalls davon ab, an diesem unglaublich wundervollen Ereignis teilzunehmen", sagte er in einem Interview des TV-Senders CNN. Wer hinfahren möchte, solle das tun.

Zwar gebe es immer gewisse Risiken bei derartigen internationalen Großveranstaltungen - das hätten die USA selbst etwa beim Boston-Marathon erfahren müssen. Doch der amerikanische Präsident sprach den russischen Behörden, mit denen die US-Regierung eng zusammenarbeite, sein Vertrauen aus.

Das US-Außenamt hatte Mitte Januar Russland-Reisende vor Terrorismus, Kriminalität und den Gesetzen zu homosexueller Propaganda gewarnt. Zudem sei die medizinische Versorgung in der Olympia-Stadt dem Großereignis möglicherweise nicht gewachsen und unterscheide sich deutlich von westlichen Standards, hieß es.

Der Reisehinweis wurde für die Zeit bis zum 16. März ausgesprochen, das ist eine Woche nach dem Ende der Paralympics, die auf die Winterspiele folgen.

ler/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.