Kuwait Gericht schickt Twitter-Bloggerin für elf Jahre ins Gefängnis

Es ist ein harsches Urteil: Weil eine Frau via Twitter den Emir von Kuwait beleidigt haben soll, verurteilte ein Gericht sie zu elf Jahren Haft. Doch die Beschuldigte sagt, ihr Konto sei gehackt worden.


Kuwait-Stadt - Ein Gericht in Kuwait hat die Bloggerin Hudi al-Adschmi zu elf Jahren Gefängnis und schwerer körperlicher Arbeit verurteilt. Sie wurde für schuldig befunden, Emir Scheich Sabbah al-Ahmad al-Sabbah beleidigt, zum Umsturz aufgestachelt und ihr Smartphone "missbraucht" zu haben.

Für die ersten beiden Vergehen bekam sie nach Angaben des Gerichts jeweils fünf Jahre Haft, für das letzte noch einmal ein Jahr. Die Angeklagte erklärte sich für unschuldig. Sie sagte, ihr Konto sei gehackt worden - für die beleidigenden Kommentare in dem Kurznachrichtendienst sei sie deshalb gar nicht verantwortlich.

Die kuwaitischen Behörden gehen seit Oktober verschärft gegen Internetaktivisten vor. Seither sind bereits mehrere regimekritische Blogger und Nutzer sozialer Netzwerke wegen ähnlicher Vorwürfe hinter Gitter gebracht worden. Erst im Mai war der Oppositionspolitiker Musallim al-Barrak gegen Kaution freigekommen. Ihn hatte das Gericht im April zu fünf Jahren Gefängnis und Zwangsarbeit verurteilt. Auch ihm war Beleidigung des Monarchen vorgeworfen worden.

mli/dpa/AFP/Reuters



insgesamt 11 Beiträge
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freier-geist 10.06.2013
1. Zynisch
Demokratie? Menschenrechte? Freiheit? Ach ja, ich hatte ja vergessen, Kuwait ist nicht Syrien.
Caleño 11.06.2013
2. Das sind die US-Musterdemokratien in Nah-Ost
Sollten da die Chinesen nicht zur Wahrung der Menschenrechte einmarschieren?
k.airo 11.06.2013
3. Leugnen unnötig
Da die korrekten Daten von PRISMA im Tausch im Zuge eines Waffendeals oder zur Verhinderung terroristsicher Aktivitäten zwischen den Geheimdiesnten getauscht werden. Man sollte sein Smartphone nicht missbrauchen, kann 1 Jahr Haft einbringen
oliver71 11.06.2013
4. Haben wir denen nicht genug Waffen geliefert?
Ich dacht das kuwaitsche Regime sei sich Dank deutscher Panzer seiner Macht sicher genug und könnte daher auf solche drakonischen Straffen zur Einschüchterung seiner Bevölkerung verzichten. Unsere Waffenindustrie wird hier bestimmt gerne mit Hilfe von Angie für das nötige Instrumentarium sorgen. Schließlich weiß man nun auch Dank Syrien welche Waffensysteme sich besonders eignen schlecht ausgebildete und bewaffnete Rebellen zu töten vor allem wenn Opfer in der Zivilbevölkerung scheinbar bedeutungslos sind.
amnesiac 11.06.2013
5. Kuweit...
...war das nicht das Land, für das der Westen in den Irak-Krieg gezogen ist, um es von dem Saddam-Terror zu befreien?
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